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Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
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Die Soldaten der Republik

Ludwig, Hiller, und die beiden Reservecorps des Fürsten Liechten-stein und des Generals Kienmayer, bildeten die Armee inDeutschland unter dem Oberbefehle des Erzherzogs Karl, welche175,494 Mann, mit Einschluß von 18,918 Reitern, und 518 Geschützestark war'). Die gegen Italien bestimmte Armee wurde von demErzherzoge Johann befehligt, bestand aus dem achten Armeecorps desMarquis Cha steiler und dem neunten des Grafen Giulay, undwar 52,308 Mann, darunter 5070 Reiter, und 160 Geschütze stark;zu dieser Armee ist das Corps in Croatien zu rechnen, welches 7000Mann mit vierzehn Geschützen zählte. Das siebente Corps wurde vondem Erzherzog Ferdinand befehligt, und war bestimmt, in Polen zuwirken; dasselbe hatte eine Starke von 30,200 Mann, darunter 5200Reiter, und 94 Geschütze.

Mit der Artillerie war die österreichische Armee 300,000 stark.Die Reiterei zahlte 30,000 Pferde, betrug daher nur ein Zehntheil derArmee °).. Die österreichische Landwehr und die ungarische Jnsurrectionwurden zu 200,000 Mann Fußvolk, und zu 20,000 Reiterei angenom-men, so daß die Gesammtmacht der Oesterreicher eine halbe MillionMenschen überschritten haben würde.

Bon den Heeren der Franzosen und ihrer Verbündeten waren160 bis 170,0l)0 Mann in Spanien. Deutschland war verhaltnißmaßigvon französischen Truppen entblößt worden. Davoust hielt mit ungefähr50,000 Mann die Plätze der Oder, Magdeburg, und das KönigreichWestphalen besetzt. Ein Ccstps von 12,000 Mann bewachte die Hanse-städte. Das Corps Oudinots, aus zwei Infanteriedivisionen undeiner leichten Cavalleriedivisi'on bestehend, ungefähr 24,000 Mann stark,war zu Frankfurt und in der Umgegend einquartiert. Sachsen, mitEinschluß des neuen Großherzogthums Warschau, Baiern, Baden,Würtembcrg, Westphalen und die übrigen Rheinbundsfürstenthümer

1) Hievon standen 112,367 Mann am Jnn und 11,266 Mann in Böhmen.

2) Dieses Verhältniß ist auffallend, wenn man bedenkt, daß in den Feldzügcnvon 1766 und 1769 die Reiterei ein Vierthcil der österreichischen Ärmer betrug.Dagegen war jetzt die französische Reiterei zahlreicher, als sie in den früherenKriegen gewesen-