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Die Soldaten der Republik
Baiern sich zurück, weil sie erfahren hatten, daß der Erzherzog Karlbei Landau sie überrage. Denselben Tag rückte der General Jellalichin München ein. Er fand keinen Feind vor sich, er hatte ihn daherdurch Verschickung seiner Kavallerie gegen Augsburg und Pfaffenhofenaufsuchen sollen; durch diese Maßregel würde man erfahren haben, daßdie französische Hauptmacht am rechten, nicht am linken Donauufer imAnmärsche begriffen sei. Auch die Baiern, welche sich an die Abenszurückzogen, wurden weder lebhaft noch mit Kraft verfolgt. Durcheinen aufgefangenen Courier des Marfchalls Lefebvre an den MarschallDavoust erfuhr der Erzherzog Karl, daß dieser bei Regensburgstehe'), und daß jener Befehl habe, ihn mit den Baiern zu unterstützen.
Ware der Erzherzog Karl rasch nach Kellheim gerückt und hättesich der dortigen Brücke bemächtigt, so würde Davoust abgeschnittengewesen sein, die Verbindung mit dem österreichischen rechten Flügelwäre hergestellt gewesen, und den auf dem linken Donauufer zerstreutenfranzösischen Corps hätte es schlimm ergehen mögen. Aber der Erzherzogstellte, sobald er Napoleon's Ankunft^) in Donauwerth erfuhr, seineAngriffsbewegung ein. Der französische Kaiser hatte sofort die mißliche,von Werth ier angeordnete weitgedehnte Stellung seiner verschiedenenCorps erkannt, an Davoust den Befehl geschickt, bei Regensburg aufdas rechte Donauufer überzugehen, um sich mit den Baiern unter Le-febvre zu vereinigen, und allen übrigen Corps eine convergirendeBewegung nach der Abens vorgeschrieben. Massena und Oudinotinsbesondere erhielten die Weisung, vom Lech über Aichach und überPfaffenhofen vorzugehen, um Jellalich von Hiller zu trennen undletzteren zu überflügeln.
Der Erzherzog Karl hatte, nachdem er die Bewegung auf Kcll-heim aufgegeben, sich mit dem dritten und vierten Corps, mit zwölfGrenadierbataillonen vom ersten Reservecorps und mit dem zweitenReservecorps nach Regensburg gegen Davoust gewendet, um die
1) Davoust hatte, wie erwähnt worden, seine Richtung nach Jngolstadt ge-nommen, aber von Bcrthicr, der in Abwesenheit Napoleon's den Oberbefehl führte,die Weisung erhalten, nach Regcnsburg zu marschircn.
2) 16. April.