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Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
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213
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und des Kaiserreichs.

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Bei Napoleon dagegen war die 32,000 Mann starke Armee des V i-cekönigs von Italien rechtzeitig eingetroffen.

Die Schlacht von Wagram gereicht den Oesterreichern, welche einegroße Uebermacht vor sich hatten, zur Ehre, obschon der Feind denSieg gewonnen. Dieser Sieg war kein zertrümmernder, wie jener beiAusterlitz, bei Jena, bei Friedland. Langsam wurde die österreichischeArmee nach einem ehrenvollen Kampfe durch die Uebermacht zurückge-drängt, aber keineswegs über den Haufen geworfen. Gemessen und inaufrechter Haltung bewerkstelligte sie ihren ehrenvollen Rückzug, den ineine Flucht zu verwandeln Napoleon nicht vermochte. An und fürsich war die Schlacht nicht entscheidend; sie wurde es, weil KaiserFranz den Frieden wollte. Fünf Tage nach der Schlacht von Wagramlieferten die Oesterreicher am 11. und 12. Juli jene bei Znaym, undsie stand auf dem Punkte gewonnen zu werden, als die Nachricht vomAbschlüsse des Waffenstillstandes dem Kampfe ein Ende machte.

In Polen hatte der österreichische Feldherr Erzherzog Ferdinandden Fürsten Poniatowsky zum Gegner. Er trieb ihn nach Warschau,siegte hier in einem Treffen, worauf diese Hauptstadt am 19. April ca-pitulirte. Hierauf näherte der Erzherzog sich am linken Ufer derWeichsel Thorn, vermochte es aber nicht zu bezwingen. Jetzt ging Po-niatowsky wieder zum Angriffe über, schlug die Oesterreicher, welcheder Erzherzog zu seiner Beobachtung aufgestellt hatte, am 24. Aprilbei Grochow, am 3. Mai bei Gora, und zwang sie, nach dem linkenUfer der Weichsel zurückzukehren. Nun stand dem polnischen Feldherrndas ganze rechte Weichselufer offen; er wendete sich, als er von derUmkehr des Erzherzogs Ferdinand Kunde erhielt, gegen diesen, drängteihn nach Sandomirz und hielt am 10. Juli seinen Einzug in Krakau.

darin, weil er den Befehl zum Aufbruche zu spät erhielt, da die ersten Eilbotennicht ankamen, mit dem Pferde stürzten oder sonst von ihrem Schicksale ereilt wur-den. Uebrigens war der Erzherzog Johann am 6. Juli des Abends um 5 Uhr,

nachdem die Franzosen die Schlacht schon gewonnen hatten, bei Obersicbenbrunn ein-getroffen und machte in ihrem Rücken Gefangene- Da er aber sah, daß nichts mehr

zu thun sei, daß der Schlag gefallen war, kehrte er mit einbrechender Nacht nach

Marcheck zurück.