und des Kaiserreichs.
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Wilna nach Drissa zu kommen, zwei Wochen zubringen durften. AuchDavoust sah sich genöthigt, mehrere Tage in Minsk Halt zu machen.Der Grund dieses Zögcrns lag in der unendlichen Schwierigkeit derVerpflegung und in den vielen Kranken und Nachzüglern.
Napoleon, mit der Langsamkeit seines Bruders Hieronymusunzufrieden, wollte ihn unter den Marschall Davoust stellen. Dasbeleidigte den König von Westphalen und er verließ die Armee; derDivisionsgeneral Junot erhielt sein Corps.
Bagration war am 13. Juli von Njeswisch aufgebrochen, trafam 21. bei Staroi-Bychow an dem Dnieper ein und marschirte strom-aufwärts gegen Mohilew. Davoust, welcher 6000 Mann Reitereiüber Orsza zur großen Armee hatte senden müssen und außerdem durchviele andere Entsendungen geschwächt war, erreichte am 20. Juli mitetwa 20,000 Mann Mohilew und nahm gegen Bagration, der45,000 Mann stark war, eine gute Stellung bei dem Dorfe Soltanoka.Hier kam es am 23. Juli zum Gefechte, welches von Bagration,der keine Zeit zu verlieren hatte, nur geliefert worden zu sein scheint,um eine Art Versuch zu machen, während die Brücke bei Staroi-By-chow geschlagen wurde. Am 24. ging Bagration bei dem genann-ten Orte über den Dnieper und erreichte den 4. August Smolensk.
Was die gewesene Armee des Königs Hieronymus betrifft, mar-schirten die Westphalen über Minsk zur Hauptarmee. Das Corps desFürsten Poniatowsky und die Cavallerie Latour-Maubourgsmarschirten hinter Bagration her, konnten ihn aber nicht erreichen undwandten sich dann nach Mohilew, wo sie am 29. Juli und am 5. Au-gust eintrafen.
Barklay hatte sich, wie erwähnt, nach dem festen Lager vonDrissa zurückgezogen. Dieses Lager war eine Schöpfung des GeneralsPhull, welcher früher Oberst im preußischen Generalstabe gewesen, imJahre 1806 aber nach der Schlacht von Jena in russische Dienste ge-treten war und das Vertrauen des Kaisers Alexander längere Zeitin hohem Grade besaß. Phull hatte die Idee aufgestellt, daß der ei-gentliche Widerstand erst im Innern von Rußland beginnen sollte, nach-dem der Feind schon durch Entsendungen, die er machen müßte, ge-