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Umweg zu machen, um die französische Armee wieder zu erreichen. Ermarschirte in der Nacht am Dnieper hin, ging unter zahllosen Gefah-ren über das Eis dieses Stromes und erreichte über Gusinoe, Kaminound Rasasna bei Orsza wieder die Armee, hatte aber nur noch 660Mann unter den Waffen. Die erwähnten sechs Gefechte in der Gegendvon Krasnoi, wo die französische Armee an der russischen vorbeimarschirtwar, hatten großen Einfluß auf ihre nachherige Zerstörung, denn siemochte durch dieselbe um mehr als um 15,000 Mann vermindert wor-den sein. In den vier Tagen vom 15. bis zum 18. November sielenden Russen an 10,000 Nachzügler und nicht weniger als 230 Kanonenin die Hände.
Auf den rückwärtigen Flügeln hatte sich inzwischen Folgendes zuge-tragen. Macdonald vor Riga hatte die Russen, welche noch eineStellung am linken Ufer der Düna besaßen, über den Fluß zurückge-trieben '). Von der großen Armee hatte der Marschall keine Nachrich-ten, traf daher auch keine Einleitung zu seinem Rückzüge.
Oudinot und St. Cyr waren beide verwundet, und es hatteder letztere nach der Schlacht von Polozk sich auf den Marschall Vic-tor zurückgezogen und sich mit ihm bei Lukomlia am 29. Oktober ver-einigt. Die Franzosen waren hier 36,000 Mann stark. Am 6. No-vember standen sie bei Czereja, und diese Entfernung benutzte Witt-genstein, um, wie erzählt^), Witebsk wegnehmen zu lassen. Zu Cze-reja erhielt Victor, welcher auch nach Oudinots Wiedereintreffenbei seinem Corps als älterer Marschall den Oberbefehl behielt, dieWeisung Napoleons, den General Wittgenstein über die Dünazurückzuwerfen. Er rückte gegen denselben auf Lukomlia vor und er-stritt am 14. November das Dorf Smoliany gegen Wittgensteins> rechten Flügel. Zu einem allgemeinen Angriffe hielt Victor sich jedoch
1) 15. November.
2) S. Anmerkung 2 auf der vorigen Seite.
3) Oudinot war am 12. Juli 1809, Victor am 13., Juli 1807 Marschall vonFrankreich geworden. Victor war mit dem 9. Corps am Riemen geblieben, hatteBefehl erhalten, nach Smolensk zu marschiren, und traf dort am 27. Octobcr ein.
, Nach der Verwundung Oudinots und St. Cyrs übernahm er den Befehl auch überdas 2. und 6. Corps und zog gegen Wittgenstein.