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Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
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293
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und des Kaiserreichs.

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aber sprengte Napoleon von Nangis im Gallop nach dem Schlacht-felde, und sogleich gewann Alles eine andere Gestalt. In kurzer Zeitwar ein glänzender Sieg erfochten. Der Rückzug durch Montereauwar für die Würtemberger und Oesterreicher um so gefahrvoller, da dieEinwohner der auf dem rechten Ufer der Seine liegenden Vorstadt ausden Fenstern schössen. Der Kronprinz selbst war bereits vom Feindeumringt und es fehlte wenig, so hätte er das jenseitige Ufer der Seinenicht erreicht.

Die französische Armee war im Zuge des Glückes begriffen, undFürst Schwarzenberg in Sorge, daß auch die übrigen Corps ver-einzelt geschlagen werden möchten, beschloß, sein Heer rückwärts zwi-schen Mery-sur-Seine und Troyes zusammenzuziehen. Zugleich rief erden Feldmarschall Blücher, der bei Chalons-sur-Marne seine Corpsvereinigt hatte, nach Arcis-sur-Aube und Mery-sur-Seine. Am 21. trafder alte Held wirklich bei letzterer Stadt ein, in voller Zuversicht,Schwarzenberg werde in der Gegend von Troyes dem Feinde eineHauptschlacht liefern.

Napoleon hatte nicht mit der anfänglichen Schnellkraft verfolgt,weil er zu Montereau sich beschäftigte, seine Armee, 4>ie übrigens auchsehr zersplittert war, umzugestalten. Am 22. Februar bemächtigte Ou-dinot sich der Stadt Mery-sur-Seine, während die übrige Armee Na-poleons in drei großen Kolonnen nach der Ebene von Troyes vor-rückte. Langsam wichen die Verbündeten zurück, langsam folgten dievordersten Abtheilungen der Franzosen. Zwar war Schwarzenbergmit Blücher vereint 120,000, Napoleon nicht viel über 60,000Mann stark: dennoch sah der Kaiser mit großer Zuversicht einem Siegeentgegen, denn die böhmische Armee hatte einen Fluß im Rücken, Blü-cher war in dem Winkel zwischen der Seine und Aube eingeklemmtund hätte 24 Stunden gebraucht, um mit Gewalt Brücken zu schlagen.Binnen dieser Zeit hoffte Napoleon den Fürsten Schwarzenbergzu schlagen, sich dann gegen Blücher zu wenden und den Namen derStadt Troyes durch einen in ihrer Nähe erfochtenen Doppelsieg fürewige Zeiten unsterblich zu machen.

Schwarze nberg war jedoch zu einsichtsvoll und kannte die Art