und des Kaiserreichs.
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zwei Uhr so viele Truppen der niederländischen Armee versammelt sein,daß dieselbe die Offensive ergreifen werde').
Wellington weilte auf der Windmühlenhöhe von Bussy, bissich die Streitkräfte der Franzosen mehr entwickelt hatten, und nahmdann von Blücher Abschied, welcher fest glaubte, der größere Theilder niederländischen Armee werde ihm am Nachmittage zu Hülfe eilen.Der brittische Feldherr würde jenes Versprechen nicht gegeben haben,wenn er sich nicht für überzeugt gehalten hätte, Napoleons gesammteMacht sei gegen die preußische Armee im Anzüge. Daß der französi-sche Kaiser den Marschall Ney mit 50,000 Mann gegen Quatrebrasvorgesendet habe, davon scheint Wellington durchaus nicht unter-richtet gewesen zu sein.
Um elf Uhr des Vormittags den 16. Juni unternahm Napoleoneine Erkennung der preußischen Aufstellung, ohne jedoch einen ganzrichtigen Begriff von derselben zu erlangen, weil Blücher seine Streit-kräfte zurückhielt und erst in dem Momente, wo die Angriffsrichtungder Franzosen unzweifelhaft wäre, zur eigentlichen Schlachtstellung über-gehen wollte. Das Schlachtfeld wird von dem tief eingeschnittenenLignybache in einem Halbkreise durchströmt, und zwar fließt derselbenordöstlich an St. Amand vorbei, wo er einen von Wagnele kommen-den Bach aufnimmt, schneidet dann Ligny in zwei Hälften °), machtbei Mont Potriaux eine Biegung und fließt dann südöstlich an Ton-grenelle und Balatre vorüber. Am linken Ufer des Lignybaches gehtdie Straße von Namur über Sombref nach Quatrebras und wird rück-wärts Bry von der alten Römerstraße durchkreuzt; eine andere Straßeführt von Fleurus bei Tongrenelle über den Lignybach nach Point-du-Jour und mündet hinter Sombref in die Straße von Namur nachQuatrebras ein.
Wellington einen blauen Ueberrock mit weißen Unterkleidern, weißer Halsbinde, ei-nen Degen und eine Vierfarbige Kokarde, weil er Feldmarschall von England, Spa-nien, Portugal und den Niederlanden war. Varnhagen von Ense, S. 498.
1) Von Quatrebras über Frasne gegen Goffelies, um die Franzosen in derlinken Flanke und im Rücken zu bedrohen.
2) Kirche und Schloß liegen am linken Ufer des Lignybaches.
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