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offen; es konnte daher die Artillerie und das Massenfeuer der Englän-der gegen die zum Angriffe vorrückenden Colonnen vortrefflich wirken,und ebenso Vortheilhaft war die Stellung für die Reiterei, um überdieselben herzustürzen.
Wellington hatte in erster Linie 43, in zweiter 39 Bataillone,in dritter und vierter 29 Cavallerieregimenter aufgestellt; 18 der letzte-ren waren hinter der Infanterie brigadenweise vertheilt, die übrigenbildeten eine Reserve. Den rechten Flügel befehligte Lord Hill, dasCentrum der Prinz von Oranien, den linken Sir Thomas Pic-ton. Schloß, Garten und das Erlenholz von Hougomont waren vonbrittischen Garden zu Fuß unter dem Obersten Macdonell besetzt;das zweite leichte Bataillon der deutschen Legion unter dem MajorBaring vertheidigte La-Haye-Sainte; das leichte Fußvolk der Brigadedes Prinzen Bernhard von Sachsen-Weimar stand in den Ge-höften von Smouhen, Papelotte und La Haye.
Es ergiebt sich aus der Aufstellung Wellingtons, daß derselbeeine Vertheidigungsschlacht zu liefern entschlossen war, welche nichtvorgefallen sein würde, wenn er nicht bestimmt auf die Ankunft Blü-chers, dem die Angriffsrolle zufiel, gerechnet hatte. Der preußischeFeldherr befahl dem General Thielmann, die Stellung bei Wavrefestzuhalten, bis die übrigen Corps über die Dyle gegangen sein wür-den, und dann dem ersten auf Ohain zu folgen. Das vierte ArmeecorpsBülows erhielt die Richtung über Wavre auf St. Lambert, und daszweite des Generals Pirch I. sollte eben dahin nachfolgen. Der heftigeRegen, der erst um neun Uhr des Vormittags aufhörte, sowie eineFeuersbrunst, die in Wavre ausbrach und die rückwärtigen Brigadenzu Umwegen nöthigte, verzögerten den Marsch des vierten Armeccorpsauf unerwartete Weise. Die Avantgarde desselben traf zwar schon umelf Uhr des Vormittags bei St. Lambert ein, aber die übrigen Briga-den waren noch weit zurück. Gegen Mittag brach das erste Armeccorpsdes Generals Ziethen von Bierge auf, um über Fromont nach Ohainzu marschiren; es hatte dasselbe mithin die Richtung, um sich an denlinken Flügel der Armee des Herzogs von Wellington anzuschließen.Gleichfalls um Mittag brach das zweite Armeecorps des Generals Pirch I.,
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