36-t Die Soldaten der Republik und des Kaiserreichs.
gen dasselbe war eben dadurch vereitelt. Am 10. Juli des Abends tra-fen die Kaiser Franz und Alexander und der König FriedrichWilhelm III. ohne allen Prunk um neun Uhr des Abends in Parisein. Zwei Tage früher hatte König Ludwig XVlII. seinen Einzugin die französische Hauptstadt gehalten.
Napoleon hatte sich den Engländern auf der Rhede von Roche-fort als Gast ergeben, und am 2. August faßten Oesterreich, Rußland,Preußen und England den Beschluß, daß Napoleon der Kriegsge-fangene Europas sein und bleiben und der Bewachung der letztgenann-ten Macht anvertraut werden solle. Schon am 7. August 1815 gingdas brittischeLinienschiffNorthumberland mit Napoleon nach dem ein-samen Felseneiland St. Helena unter Segel, wo im Jahre 1821 dasLeben dieses großen und unvergleichlichen Mannes endete. Eine seinerHauptbeschäftigungen in seinem vom Weltmeere umschlossenen Kerkerwar, die Geschichte seiner Thaten zu diktiren; doch darf man die Schrif-ten, die von ihm herrühren, nur mit Vorsicht gebrauchen, denn sie sindhäufig parteiisch über alle Maßen. Im Jahre 1840 ließ Frankreichihm späte Gerechtigkeit wiederfahren, indem die Asche seines größtenFürsten und Feldherrn durch einen Sohn des glücklichen Ludwig Phi-lipp von Orleans von St. Helena abgeholt und feierlich nach Pa-ris überbracht wurde.
Was die Reste der „großen Armee" betrifft, so hatten sie, wie er-zählt, Cantonnirungsquartiere hinter der Loire beziehen müssen. Siewurden in den ersten Tagen des Monats September 1815 auf Befehldes Königs Ludwigs XV111. durch , den Marschall Macdonald auf-gelöst. Von da an gehörte die „große Armee", die alle Hauptstädtedes europäisch-christlichen Festlandes als Sieger besucht hat, zu denDingen, die gewesen. Es giebt keinen Soldaten in Europa, der nichtausrufen wird: „Solch' eine Armee wird nie wieder auf Erden erblicktwerden!"