D e r
Levit von Ephraim.
Erster Gesang.
«heiliges Zürnen der Tugend belebe meinen Gesang;ich will die Verbrechen Benjamins singen undIsraels Rache; unerhörten Frevel will ich singen unddie noch schreklicherc Strafe. — Sterbliche, verehretdie Schönheit, die Sitten, die Gastfreiheit; seydgerecht ohne grausam, barmherzig ohne schwach zuwerden, und eh' ihr den Unschuldigen züchtigt, soschonet dem Strafbaren.
Wcichgcschaffne Seelen, Feinde aller Unmenschlich-kcit, die ihr, aus Furcht die Vergebungen eurerBruder anzusehen, sie lieber ungestraft lasset, welcheScene stell' ich nun vor eure Augen! Den in Stükczcrschnittnen Leichnam eines WcibS, seine zertrennten,noch zukendcn Glieder in die zwölf Stamme versendet;ein ganzes Volk, von Abscheu ergriffen, erhebt cin-müthig ein Geschrey, das bis zum Himmel empor-steigt, und ruft aus Einem Munde: Nein, nie geschah