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mich selbst verlassen darf, und werde in Zukunftgerne einen guten Rath von Anderen annehmen, —aber jeden Tag und jede Stunde will ich zu Gottbeten, daß Er mir helfe, denn nur durch seineHilfe kann ich auf dem rechten Wege bleiben."
Luischens Gesicht strahlte wie Sonnenschein,und Wilhelm klopfte dem Ludwig zustimmendauf die Schulter: »Was ist das für ein Brief?"fragte die Schwester, auf den Tisch deutend.
„Der Briefträger hat ihn von der Mutter ge-bracht! Uebermorgen kommen sie," rief Ludwigerfreut; „der Arzt hat es gerade erlaubt, und dieMutter wollte uns die frohe Nachricht gleich mit-theilen. Und denke dir, Luischen, du brauchstdir nicht so vielen Kummer über die Miethe zumachen, die Eisenbahn-Verwaltung hat dem Vatereine große Summe geschenkt, weil er in ihremDienst verwundet wurde, jetzt können wir dieSchuld bezahlen-"
„Gott sei Dank!" jubelte Luischen, »jetzt istAlles wieder gut!" Wie wollte sie sich freuen,wenn die treuen Eltern wieder für alle ihre Kindersorgen konnten; Gottes Hilfe war ihnen geworden,wie immer, wenn es Noth thut; aber die Mutterhatte auch Recht gehabt: Die Aufgabe war schwergewesen, welche Luischen als Hausfrau und Pflege-mutter auf sich genommen hatte.