Moses Mendelsson,
gebotn zu Dessau 17V, gestorben 1786.
Ein Philosoph jüdischer Nation.
Sein Vater, Mendet Scpher, ein ar-mer Schulmeister, gab ihm nach seiner Art einegute Erziehung, d. h. er ließ ihn im Talmud un-terrichten, und da er den Kleinen wegen seinengroßen Fähigkeiten und einer nicht alltäglichen Lern-begierde sehr liebte, trug er ihn im strengsten War.ter, in einen Pelz gehüllt, cft nach der Schule.Nächst dem Talmud waren für den jungen Men-delsson die Schriften des Alken Testaments dieerste Quelle des Unterrichts. Jene große Manierdes Orientalers, alle Dinge unmittelbar auf Gottzu beziehen, die in den historischen sowohl als poe-tischen Schriften jenes jüdischen Nationalbuchesherrscht, weckte ohne Zweifel sehr früh in derSeele des jungen Mendelssons das lebendeGefühl der gießen Wahrheiten der natürlichen Re-ligion., welches sich durch einen sehr erklärliche»Gang seiner Bildung nach und nach zum Platonis-mus verfeinerte. Schon in seine!» zehenten Jahreschrieb er einige feine hebräische Gedichte, gebildet