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Interessante Züge aus dem Jugendleben berühmter Künstler, Gelehrten, Kraftgenies, und anderer merkwürdiger Personen : Zur Nacheiferung für die heranreifende Jugend ... / von Johann Friedrich Franz, evangel. Pfarrer in Mogelsberg, K. St. Gallen
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nach den Urbildern, die er im Alten Testamenteaufgefaßt harke. 'Aber man denke sich einen Juki.sehen Knaben mit den Hochgefühlen der Gesängeeines Moses, einer Debora, eines David in derBrust, und einen Korb mit Bändern am Arm,durch deren Verkauf er sich vor dem Hungertodeschützen Mußte.

Um diese Zeit, er war noch nicht 12 Jah-re alt, fiel ihm das so bekannte und berühmtehebräische WerklVIor-e k^alrucliiiA ( Fahrer derIrrenden,) von Maimonides in die Hände,welches Mendelsson in der Folge die Quelleseiner Philosophie zu nennen pflegte. Von dennübertriebenen Fleiß und heißhungrigen Wißbegierde,womit er dasselbe noch in so frühem Alter studierte,ist ein großer Theil der Kränklichkeit abzuleiten,die die unzertreniite Gefährtin seines Körpers war.

Da er sein ifltes Jahr zurückgelegt, nahmihn Fränkel, sein Lehrer im Talmud, mit nachBerlin. So gieng der junge Weltweise, demSchooß der Eltern entrissen, in die weite Wel^hinein. Wusle vor ihm, Wüste hinter ihm,Jude, und arm! ihm blieb nichts übrig alsdie Wahl zwischen niedrigem Kleinhandel, oderVerhungern. Er war nach Berlin gekommen.