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Haus fleißig aufschreiben, — denn es konnte inder ganzen Familie niemand schreiben.
»Ich beredete ihn daher, sagt Platter selbst,— und sprach: ich hab'wenig gelernt, das erkenn'ich, mein Lehrmeister hat den Mehrlhcil keinenHanf gehabt.'" Also behielt er den Burschen, gabihm wöchentlich einen Batzen Lohn, dafür kauftePlatter Kerzen, und studierte des Nachts dabei,wiewohl er auf der Profession bis an den spätenAbend oder bis man die Trommel rührte, arbeitenmußte. Einst sagte der Meister zu ihm: »hatteich so .el studiert wie du, und eine solche Liebedaz ich wollte eher, daß der Teufel das Seiler-handwerk nähme'" denn er sah wohl, daß Plat-ter eine sonderbare Liebe zu den Bäckern hatte.
Um diese Zeit trat er mit mehrern BaselerGelehrten in Bekanntschaft, und vorzüglich nützlichwar ihm der Umgang mit dem berühmten Buch-drucker Andreas Cratander, dessen Sohndem gelehrten Seilergesellen einen Plautus schenkte,worüber er eine unaussprechliche Freude hatte.Platter ruhete nun nicht eher, als bis er denDichter durchgelesen. Aus Mangel an Zeit undGelegenheit aber, fiel er auf folgenden Einfall, umarbeiten, und zugleich lesen zu können: er befe-
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