um daraus die Gesetze jenes Schaffens abzuleiten. Allerdingsändern sich im Laufe der Zeit Sitten und Gebräuche; es wechseltder Zweck der Gegenstände, die uns in unsern Wohnungen um-geben; es entstehen neue Formen; aber die Gesetze, wonachgearbeitet werden muss, bleiben unveränderlich bestehen. Diesegalt es zu erkennen, und es wurde das Studium derselben derAusgangspunkt für das neuerwachende Kunstgewerbe. Hier sollund kann das Landesmuseum eine neue Seite seiner Wirksamkeitzur Geltung bringen. Wo kann der Handwerker bessere Vorbildergewinnen, wo wird er mehr -Anregungen erhalten, als in einemMuseum, in welchem alle Perioden der Vergangenheit mit ihrenProdukten ihm entgegentreten ? Freilich wird er zuerst imitatorischarbeiten, aber daraus wird ein freies, frisches Schaffen sich ergeben,das neue Formen, neue Geschmacksrichtungen zur Geltung bringt.So wird das Kunstgefühl gepflegt, das Kunstverständnis gehoben.
Der Gedanke einer Vereinigung des schweizerischenLandesmuseums mit einer Kunstgewerbeschule darf wohlals ein sehr glücklicher bezeichnet werden. Wenn die höchstenBehörden der Schweiz , die so eifrig bedacht sind, dem Gewerbeund Handwerk aufzuhelfen, über den Sitz des Landesmuseumszu entscheiden haben werden, so wird für Zürich neben denandern Gründen auch der sprechen, dass es jenen Gedanken zurThat werden zu lassen entschlossen ist.
IC