I. Geschichte der Ausgrabungen.
Das Verdienst, die Archäologen zuerst auf das Gräberfeld von Molinazzo-d’Arbedoaufmerksam gemacht zu haben, gebührt Dr. C. v. Planta, Konservator des RhätischenMuseums in Chur . Derselbe berichtete im „Anzeiger für schweizerische Altertumskunde“vom Jahr 1875, S. 591 u. ff., dass in Molinazzo-d’Arbedo im Frühjahr 1874 beimBau eines Hauses vier Gräber aufgefunden worden seien. Er gibt Skizzen der von ihmfür das Museum in Chur erworbenen Fundobjekte und bemerkt dabei, dass der grössteTeil des Fundes verloren gegangen sei. Unter den namhaft gemachten Gegenständenbefindet sich ein wohlerhaltenes getriebenes Gürtelblech von fast elliptischer Form, eineCertosafibel, eine Sanguisugafibel, sowie das Bruchstück einer Rippenfibel, ferner ein Ringmit Buckeln und ein kleiner vasenförmiger Anhänger: Exemplare beider haben sichseither, am Bügel und an der Nadel der Sanguisugafibeln des Typus von Casaletto an-gehängt, vorgefunden. Ausser diesen Bronzeobjekten erwarb er noch einen Tonbecherder gewöhnlichen Form.
Ueber einen zweiten, in nächster Nähe des früheren gemachten Fund berichtetderselbe im „Anzeiger“ vom Jahre 1876, S. 650 u. ff. Es wurden damals zwei weitereGräber entdeckt. Das eine derselben war leer. Im andern fand man dünne Bronzeringeverschiedener Grösse mit daran gereihten Bernsteinperlen, vermutlich Armringe oderOhrringe und einen Bronzepfriem mit gebrochener Oese. Unter den neuesten Fundenvon Molinazzo-d’Arbedo befinden sich ähnliche Pfrieme nebst Pinzette und Ohrlöffel aneinem Ringe aufgehängt. Ferner fand man eine unvollständige italische Bogenfibelaus Bronze und zwei jetzt als Schliessen zum Zuhalten des Totenhemdes erklärte Ob-jekte. Gleiche, wohl erhaltene, Fundstücke sind seither paarweise in der Umgebungdes Halses der Leichen aufgefunden worden, weshalb diese Vermutung sich als richtigerweisen dürfte. Ausserdem fand man eine, mit eingegrabenem Gittermuster gezierte,Urne, sowie einen Becher, beide aus bräunlichem Thon erstellt. Die Vermutungen,welche Dr. C. v. Planta auf Grund dieser Fundstücke bezüglich des Alters und der Zu-gehörigkeit der aufgedeckten Gräber ausspricht, können auch jetzt noch, nachdem zahl-reiche weitere und genau registrierte Funde gemacht worden sind, als im Ganzen zu-treffend bezeichnet werden. Er glaubt, übereinstimmend mit Desor und dem Grafen