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Grab 304. Erste Eisenzeit, ältere Periode.
1 Fragment einer Sanguisugafibel aus Bronze.
Grab 305. Erste Eisenzeit, ältere Periode.
1 Hornfibel aus Bronze, Eisenfragmente.
Grab 306. Erste Eisenzeit, ältere Periode.
1 schwarzer Henkeltopf, 1 schwarzer glockenförmiger Becher, 3 Schlangenfibeln aus Bronze.
Schlussbetrachtung.
Das Gräberfeld von Gudo zeichnete sich vor Allen, bis jetzt untersuchten Tessiner Grab-feldern, dadurch aus, dass seine Gräber mit sogenannten Ueberdeckungen und einzelne derselbenausserdem noch mit grossen, auf dem Grabe aufgestellten, Steinblöcken geziert waren.*) Nach unsererAnsicht sind wahrscheinlich auch andere Grabfelder ursprünglich in ähnlicher Weise geschmücktgewesen. Die Mehrzahl derselben wurde aber später in Wiesen umgewandelt und bei diesem Anlassedie Ueberdeckungen beseitigt. Die Steine der Ueberdeckungen verwendete man dann ohne Zweifelzur Herstellung der, diese Wiesen einfassenden, Trockenmauern. In Folge der, am Anfänge derMittel la-Tene Periode stattgehabten, Bedeckung des Gräberfeldes von Gudo mit einer fast fünfMeter dicken Geschiebeschicht sind hier diese Grabzierden erhalten geblieben.
Das Inventar unseres Gräberfeldes hat so grosse Aenlichkeit mit demjenigen des Grab-feldes von Pianezzo oberhalb Giubiasco , dass es sich lohnt diese beiden Begräbnissplätze miteinander zu vergleichen und dadurch den Beweis zu liefern, dass beide von dem gleichen Volkebenutzt worden sind.
Der Fibelbestand derselben in der ersten Eisenzeit ist fast derselbe. Wir finden an beidenOrten Sanguisugafibeln des Typus von Casaletto aus Bronze, sowie Schlangenfibeln und Certosa-fibeln aus Bronze. Gudo zeichnet sich vor Pianezzo bloss durch eine Knopffibel aus, welchein der Ueberdeckung des Grabes Nr. 153 gefunden wurde, sowie durch einige Sanguisugafibeln desGolaseccatypus und einige Hornfibeln. In der zweiten Eisenzeit finden wir in Gudo ebenfalls einetwas reicheres Fibelmaterial als in P i an ezzo. In ersterem Gräberfelde treffen wir noch einige Gola-seccafibeln, Schlangenfibeln und Certosafibeln, während in Pianezzo nur eine einzige Golasecca-fibel* gefunden wurde. Auch die Früh la-Tene Fibeln treten in Gudo in fünf verschiedenen Formenauf, während sie in Pianezzo nur in den zwei gewöhnlichen Formen der Fibeln mit Quaste undderjenigen mit Scheibe am Schlusstücke Vorkommen. Mittel la-Tene Fibeln fand man nurin Gudo , aber auch dort ist ihr Vorkommen unsicher.
Die übrige Ausstattung der beiden Gräberfelder weist fast noch mehr Aehnlichkeitenauf, als diejenige mit Fibeln. An beiden Orten finden wir Spiralarmringe aus Bronze mitBernsteinperle. Geschlossene Armringe aus Bronze besitzt dagegen bloss Gudo . Sodann
*) Siehe die Ansicht und den Schnitt auf Pagina 22 und 23 .