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Die Münzverbrechen in den kantonalen Strafgesetzgebungen der Schweiz : eine vergleichend-kritische Rechtsstudie / von Paul Gubser
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löst werden müssen, ehe an die Unifizirung wirklich ge-dacht werden kann, war nun mein Bestreben, auch einenganz bescheidenen Beitrag zur Lösung der vielen bestehen-den Fragen zu liefern, indem ich die Satzungen über dieMünzverbrechen, wie sie zur Zeit in den kantonalen Straf-gesetzgebungen bestehen, darzustellen und, das deutscheReichsstrafgesetzbuch, den französischen Code penal und denitalienischen Codicepenale, sowie etwaige kantonale Entwürfezur Vergleichung heranziehend, an jene Darstellung einigeErörterungen de lege ferenda anzuknüpfen versuchte. Inwie-weit Darstellung und Erörterungen gelungen sind, darübersteht mir kein Urteil zu: gewisslich werden ihnen alle jeneMängel anhaften, die sich bei Erstlingsarbeiten nur zu oftfinden und finden müssen, da die Theorie in denselben die.Hauptrolle spielt und die Praxis sich auf die Berücksichtigungetwaiger bekannt gewordener gerichtlicher Entscheide be-schränkt. Deshalb wird wol auch diese oder jene Ansicht invorliegender Arbeit ein Kopfschütteln bewährter Praktikererregen, vielleicht ist auch diese oder jene Gesetzesstelleunrichtig interpretirt oder wird wenigstens in praxi andersgehandhabt: in all diesen Fällen bitte ich um Nachsicht.Natürlich würde es mir sehr zur Freude und Genugtuunggereichen, wenn durch diese Monographie die Vorarbeitenzu einem eidgenössischen Strafcodex wirklich, selbst wennauch nur wenig, gefördert worden sein sollten.

Wenn der Titel lautetDie Münzverbrechen, so bin ichmir wol bewusst, dass er nach zwei Richtungen hin einungenügender, resp. zu wenig umfassender ist, denn ein-mal sollen selbstredend nicht nur etwa die schwerstenstrafbaren Handlungen wider die Echtheit des Geldes be-handelt werden, sondern alle strafwürdigen Handlungen,