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ständig wäre, und wenn alle sechs in der Verordnung aufgezählten Staaten ihre Vertretunghätten. Die Totalsummen in der ersten Tabelle zeigen, daß die Schweiz die Anlehnung aneinen Starken gesucht hat, und der Erfolg hat den Erwartungen entsprochen. Im Jahre1850 ist bei Einführung der neuen Währung heftig gestritten worden; aber nirgends habenwir von einem Vorschlag gelesen, die Doppelwährung oder die Goldwährung einzuführen.Es schien allen Parteien selbstverständlich, die neue Münzeinheit müsse eine Silbermünzeinheitsein. In der ersten Prägetafel stehen einander gegenüber zirka 4Va Milliarden in Silber-münzen und zirka 1 1 /s Milliarden in Gtoldmünzen. Unter dem Eindruck dieser Verhältnisseist die Eidgenossenschaft zu ihrer ersten Münzeinheit, zu ihrer Silbennünzeinheit gekommen.
Total Silbergeld 1796—1850 4 455 622 541 3 / 4 Fr. Total Goldmünzen . . 1 577 517 500 Fr.
- Hauptsilbermiiiizen (5-Frst.) . 4282 759105 - - Hauptgoldmz. (20-Frst.) 1373085140 -
Total Silbergeld 1851—1860 262341841 7 /io - Total Goldmünzen . .4284340950 -
Hauptsiltermiinzen (ö-Frst.) . 217 659760 - - Hauptgoldmz. (20-Frst.) 3394844 500 -
In dem Zeitraum von 50 Jahren hatte die Menge des geprägten Goldes einen drei-bis viermal kleinern Wert als die Menge des geprägten Silbers. In dem Zeitraum von zehnJahren kam zum umlaufenden Gelde neu hinzn eine zirka 16mal größere Menge Goldmünzenals Silbermünzen. Während eines halben Jahrhunderts wurden in Frankreich nach und nachdem Verkehr an Gold- und Silbermünzen übergeben 6033 140 041 3 ,4t Fr., und in den darauffolgenden zehn Jahren kamen an Gold- und Silbermünzen neu hinzu 4 546 682 791 7 /io Fr.,zu den 6 Milliarden noch 4 Milliarden.
Im ganzen Jahrzehnt 1850 bis 1860 galt in Frankreich Art. 11 des Gesetzes vomJahre 1803. ,11 ne pourra etre exige de ceux qui porteront les matieres d’or et d’argentä la Monnaie que les frais de fabrication.“ Die Goldbarren, welche von den in Kalifornien und Australien entdeckten Goldminen geliefert wurden, fanden nicht Verwendung in den beidenfernen Erdteilen; die zweite Tabelle beweist, daß ein großer Teil den Weg gefunden hatin die französischen Münzstätten. Gegen Entrichtung einer kleinen Prägegebühr erhielten dieBesitzer ihr Eigentum wieder zurück in einer Form, welche für die weitere Verwendungnicht bequemer sein konnte. In jener Zeit ist in den Zeitungen und in Broschüren auchviel geschrieben worden Uber Europas Verkehr mit Indien und Ostasien , der in dieser Zeiteinen bedeutenden Aufschwung genommen hat. Da erfahren wir die Tatsache, daß in diesenLändern die Bevölkerung seit alten Zeiten das Silbergeld dem Goldgeld vorgezogen hat. Dasumlaufende Geld eines Landes hat zu allen Zeiten Abflußquellen gehabt, auf die wir schonhingewiesen haben und die immer bleiben werden. In den fünfziger Jahren ist bei unszu den schon vorhandenen eine von außergewöhnlicher Stärke aufgetreten, das Einschmelzender Silbermünzen und die Verwendung der Siberbarren zu Zahlungen nach Ostasien und Indien .Alle diese Verhältnisse sind sehr ausführlich besprochen im Bundesblatt vom 14. Januar 1860,Seite 33 bis 110, Botschaft des Bundesrates vom 30. Dezember 1859. Da lesen wir, daß diefranzösische Zolladministration bekannt gemacht habe, daß in dem einzigen Jahre 1857der Silberexport 459 Millionen Franken betragen habe. In dieser Tabelle finden wir auchdie Zahlen der französischen Prägetabelle in Prozente umgesetzt. Es betrugen die Silber-prägungen und die Goldprägungen:.