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Urgeschichte der Schweiz / Jakob Heierli
Entstehung
Seite
18
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iS

Erstes Kapitel.

B. Das Klima der Biszeit.

Und drangen die Nebel noch so dichtSich vor den lllick der Sonne,

Sie wecket doch mit ihrem LichtEinmal die Welt zur Wonne!

(Gei bei.)

i. Die drei Glacialperioden. Wer sich vorstellen wollte, esseien zur Diluvialzeit die Gletscher fortwährend gewachsen, bis sieihre grösste Ausdehnung erreicht gehabt und hätten nachher wiederstetig abgenommen bis zu ihrem jetzigen Umfange, der würde irren.Es entspricht vielmehr den Thatsachen, wenn man ein oftmals wieder-kehrendes Schwanken der Gletscherausdehnung annimmt. Gerade wiees heutzutage Perioden giebt, während welcher die Gletscher abnehmenund andere, wo sie vorrücken, so wird es auch früher gewesen sein.Neben kleinen Schwankungen aber gab es grosse Veränderungen, ja essind Zeiten konstatiert worden, in welchen die Eisströme sich ganzzurückzogen und das Land eisfrei wurde. In den Interglacialzeitennahmen Pflanzen und TiereBesitz von der Erde und diese Pe-rioden dauerten, wie wir sehen werden, lange genug, um auch denMenschen zu gestatten, an einigen Stellen Europa ^ sich niederzulassenund auf ehemaligem Gletscherboden als Jäger ihr Leben zu fristen.

In Wetzikon (Kt. Zürich ) machte man eine Entdeckung,welche in überzeugender Weise die Thatsache wenigstens einerinterglaciären Epoche bewies. In der Schöneich bei Wetzikon wurdennämlich seit 1862 Schieferkohlen gewonnen. Das Kohlenfeld stehtwahrscheinlich mit demjenigen des benachbarten Diirnten in Ver-bindung. Es wurde auf einer Fläche von 49500 m 2 aufgeschlossen,ist jetzt aber erschöpft. Über dem Kohlenflötz lagert Sand undGeröll. Nun aber fand man auch unter demselben gekritzte Kalk-steine und Puntaiglasgranit, Zeugen, dass auch dieses Gerölllager denGletschern seinen Ursprung verdankt. Demnach wäre die Schiefer-kohle, die zu ihrer Bildung doch einige tausend Jahre nötig hatte,zwischen zwei Gletscherperioden, in einer Interglaciärzeit entstanden.Professor Morlot hatte, als der erste, den Gedanken ausgesprochen,dass es zwei Eiszeiten gegeben habe, und dass zwischen denselbeneine wärmere Interglacialperiode anzunehmen sei, während welcherein milderes Klima geherrscht habe. Er stützte seine Ansichtenauf eine P'undstelle bei Thonon am Südufer des Genfersees. Nunsollte auch die Schieferkohle von Schöneich in diese Zwischen-eiszeit fallen und bald überzeugte man sich, dass die Kohle vonMörswil unfern St. Gallen ebenfalls interglaciären Alters sei. DieGrube Schöneich wurde mehrfach untersucht, z. B. von A. Escher