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Die Eiszeit oder das Diluvium.
von der Linth , Heer, Heim und Renevier, so dass über die Zeit derEntstehung unserer Schieferkohle heute kein Zweifel mehr existiert.
Längere Zeit begnügte man sich in der Schweiz mit der An-nahme zweier Eiszeiten, da brachte Du Pasquier diese Ansicht zuEall durch seinen Nachweis dreier grosser Gletscherperioden, welchedurch zwei interglaciäre Epochen voneinander getrennt seien. Schonvor ihm hatte Penck für Bayern und Österreich drei Eiszeiten kon-statiert.
Bei seinen Untersuchungen ging Du Pasquier von einigen That-sachen aus, die er im Querthal Turgi-Ivoblenz beobachtet und weiter-hin verfolgt hatte. Bei Turgi (Kt. Aargau) fliessen Aare, Reuss undLimmat zusammen und bewegen sich dann durch das genannteQuerthal in nördlicher Richtung dem Rheine zu. Längs diesesLaufes bemerkt man ca. 30 m über dem jetzigen Fluss eine grosseTerrasse, die sich sowohl aufwärts gegen Baden und das Birrfeld,nls besonders abwärts gegen Basel und in die Seitenthäler des Rheins,z - B. ins Frickthal, verfolgen lässt: das ist die Niederterrassse.Sie schliesst sich unter steter Gefällszunahme an die inneren Moränena n und erreicht in der Nähe derselben eine Mächtigkeit bis 60 m.Innerhalb der Moränen aber ist das Vorkommen dieser Schotter-ntassen ein sehr gestörtes.
Das Material des Niederterrassen-Schotters stammt aus den Alpen .Die geringe Abnutzung der einzelnen Geschiebe, ihre auffallenderelative Grösse, die Blockablagerungen, die in den Terrassen in derNähe der Moränen sich zeigen, beweisen, dass die Schotter nichtvom Wasser allein transportiert wurden, sondern dass dabei auchGletscher thätig waren. Dagegen lassen die dachziegelförmigeLagerung der Geschiebe und die Schichtung den Einfluss desfliessenden Wassers erkennen. Wir haben in der Niederterrasse eineduvioglaciale Bildung vor uns. Diese ist durch einen sogen. Über-gangskegel mit der Moräne verbunden.
Etwa 60 m über der Niederterrasse zeigt sich bei 1 urgi einehöher gelegene Terrasse, ebenfalls aus Schottern bestehend. Sielässt sich auf- und abwärts verfolgen. An ihr fällt besonders dieUnregelmässigkeit des Verlaufes auf, während die Niederterrasse sehrregelmässig ist. Ihr Material ist stark verfestigt, oft gut geschichteteNagelfluh und enthält Moränenblöcke, die in der Niederterrassefehlen. Charakteristisch für die Hochterrasse ist das Auftreten deshellgelben, schichtenlosen Lösses. Dieser fehlt bei der Niederterrasse ,Wo er nicht etwa, wie in St. Jakob bei Basel , von oben herab-geschwemmt wurde. Zur Zeit der Bildung der Hochterrassenniüssen die Tliäler schon existiert haben und ihre Tiefen waren