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Die Eiszeit oder das Diluvium.
Zeichen der Anwesenheit des Menschen aber bestehen in zer-klopften Tierknochen, in Brandspuren, zugeschlagenem Feuerstein ,Werkzeugen aus Rentierhorn. An Waffen fand man Dolche undSpeerspitzen. Auch eine rote Farbmasse wurde entdeckt.
In der diluvialen Fauna finden sich zunächst eine ganze Reihevon Riesen, vor allem Elephanten. Im altern Diluvium ist Elephasmeridionalis und E. antiquus vertreten. Elephas priscus wurde im Rhein-thal konstatiert und E. africanus, der jetzt noch lebt, kam in Sizilien zum Vorschein, was auf eine alte Verbindung mit Afrika hindeutet.In Malta fand man Reste des Zwergelephanten: Elephas Falconeri. Derbekannteste Repräsentant der ganzen Gruppe ist aber E. primigeniusoder das Mamut, dessen Knochen häufig als menschlichen Riesenangehörig erklärt worden sind. Das Mamut war ein Bewohner desNordens und im Eise Sibiriens liegen die Reste dieser Tier-form in solcher Menge, dass man Handel mit fossilem Elfenbeintreiben kann. Aus dem gefrorenen Boden jenes Landes tauen ge-l e gentlich ganze Mamutleichen heraus. Bei solchen Funden konntensich die Naturforscher überzeugen, dass dieser Elephant, ungleichseinem tropischen Vetter, mit einem dichten Pelze bekleidet war,der vorn und auf dem Rücken eine lange Mähne besass. Manuntersuchte auch die Speisereste dieses 5 m langen und 3 m hohen1 ieres und fand, dass es sich hauptsächlich mit Zweigen von Nadel-hölzern genährt habe.
Im Eise Sibiriens fand man noch ein anderes Diluvialtier ein-geschlossen, dessen Heimat ebenfalls der Norden war, trotzdemseine heutigen Verwandten die Tropen bewohnen: Das zweihörnigeRhinoceros tichorhinus. Es ist der stete Begleiter des Mamut undwar, wie dieses, mit einem dichten Haarkleide bedeckt.
Unter den Unpaarhufern verdient neben dem Nashorn die GattungPferd eine besondere Erwähnung, da sie sich in der alten, wie inder neuen Welt fand. In Amerika hat sich aber keine der Pferde-arten erhalten und die heutigen Pferde der neuen Welt stammen voneingeführten europäischen ab.
In grosser Zahl treten im Diluvium die Wiederkäuer auf, be-sonders die Hirsche. Der berühmteste fossile Hirsch ist Cervuseuryceros, dessen Geweihenden gegen 4 m auseinander lagen. Viel-leicht ist der „grimme Scheich“ des Nibelungenliedes auf den Riesen-hirsch zu beziehen. Daneben aber lebten noch der Edelhirsch unddas Reh, das Ren und das Elen oder der Elch des Nibelungen-liedes. Ausser diesen nordischen Gestalten finden sich im Diluviumaber auch die alpinen Formen Gemse, Steinbock, Murmeltier undAlpenhase.