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Urgeschichte der Schweiz / Jakob Heierli
Entstehung
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Erstes Kapitel.

hausen entstanden sein. Wehrli fand in denselben Reste desBergahorn, des Buchsbaumes, der Esche, Weisstanne und Eibe,sowie Spuren von Rietgräsern. Diese Pflanzen kommen heute nochin der Gegend vor. Wir können aber auch bei Betrachtung der obenangeführten Reste aus den Schieferkohlen sehen, dass in der zweitenInterglaciärzeit das Klima der Schweiz nicht wesentlich vom heutigenverschieden war.

Anders sind die Verhältnisse in den Glacialtonen. Bei Schwerzen-bach, östlich von Zürich , befindet sich ein Lettenlager auf Moränen-schutt. In demselben wurden ebenfalls Pflanzen aus der Diluvialzeitgefunden, nämlich die Zwergbirke, vier Weidenarten, worunter diePolarweide, die Bärentraube, ein Knöterich und Dryas octopetala.Alle diese Pflanzen gehören dem Norden an und die Polarweide istunserer Elora ganz fremd. Ähnliche Funde haben Nathorst undSchröter auch anderwärts in glacialen Tonlagern gemacht. DiePflanzenwelt des letzten Teiles der Diluvialperiode weist auf einkaltes, nordisches Klima.

Eine Fundstelle, die in ihrem Alter wohl nicht sehr von der-jenigen in Schwerzenbach differiert, liegt bei Schussenried im süd-lichen Württemberg . Sie ist um so interessanter, als sie nichtbloss pflanzliche, sondern auch tierische Reste bietet, und selbstMenschenspuren sind dort zahlreich zum Vorschein gekommen. ImGrenzdistrikt zwischen den Flüsschen Schüssen und F'eder, an derWasserscheide zwischen Rhein und Donau , befindet sich unferndes Dorfes Schussenried die Stirnmoräne des alten Rheingletschers.Zum Zweck der Gewinnung einer grossem Wassermenge Hess derMüller an der Schüssen von der Quelle dieses P'lüsschens an einentiefen Graben ziehen und stiess dabei auf uralte Ansiedelungsreste.Sie lagen in einer Moosschicht von dunkelbrauner Farbe, derenWassermenge alle tierischen und menschlichen Überbleibsel sorglichbewahrte. Unter den Moosen fand Schimper durchweg hochnordischeFormen. Im tiefsten Grund des Grabens befanden sich bis 2 m hoheBänke von Hypnum sarmentosum, welches Moos nur in Lappland ,Norwegen , auf den höchsten Teilen der Sudeten und der Tiroler Alpen,in Grönland , Labrador und Canada angetroffen wird. Hypnumaduncum kam in einer Varietät vor, die heute nur aus Grönland bekannt ist. Hypnum fluitans var. tenuissimum wächst in denAlpen und im arktischen Amerika . Es wurde in der Abfallgrubean der Schussenquelle ebenfalls gefunden. Die Tierwelt, welchein diesem PTindorte konstatiert werden konnte, bestand nachFraas aus dem Ren, dem Vielfrass, dem Gold- und Eisfuchs,einer Art Pferd, dem Braunbär, dem Singschwan u. s. w. Die