Die Eiszeit oder das Diluvium.
auch in unserem civilisierten Europa , wo Hunderte von Familien inHöhlen hausen und von eigentlichen Felsdörfern gesprochen werdenkönnte.
2. Spuren des diluvialen Menschen in der Schweiz . An denhorschungen nach dem Diluvialmenschen beteiligte sich auch dieSchweiz . Im Jahre 1867 fand man unfern Genf eine sogen. Rentier-station. Sie liegt zwar nicht mehr auf Schweizerboden, sondern amküsse des Mont Saleve bei dem schweizerischen Dorfe Veyrier ,wenige Schritte jenseits der Grenze. Ein Jahr später wurde die»grotte au See“ bei Villeneuve am oberen Ende des Genferseesuntersucht und erwies sich ebenfalls als uralte Troglodyten-Wohnung.
ln der Ostschweiz ist besonders der Kanton Schaffhausen mitHöhlen reich gesegnet. 1873 fand man im Kesslerloch bei Thaingen Spuren, dass der Mensch zu einer Zeit darin gewohnt hatte, da dasRen noch in der schweizerischen Hochebene heimisch war. Die•Ausgrabung, welche 1874 erfolgte, ergab dann eine solche Zahl vonkünden, worunter selbst Zeichnungen und Skulpturen, dass Thaingensich den wichtigsten Fundorten des Auslandes an die Seite stellendarf. Zu gleicher Zeit mit dem Kesslerloch wurde die Höhle ander Rosenberghalde im Freudenthal nördlich von Schaffhausen ausgebeutet und im Berner Jura war um dieselbe Zeit beim Bahn-kau in der Nähe von Liesberg eine Rentierstation durchgrabenWorden. Im Jahr 1883 wurde im Kaltbrunnerthal bei Grellingen ,etwas östlich von Liesberg, eine Höhle untersucht und 1890 die1 hiersteiner Höhle bei Biisserach im Kanton Solothurn . ImHerbst 1891 kam die Kunde, im Schweizersbild bei Schaffhausen sei ebenfalls eine grosse Rentierstation entdeckt worden. Dort be-findet sich zwar keine Höhle, wohl aber haben uns die Rentierjägerunter einem etwas überhängenden Fels ihre Speiseabtälle, W affen,Geräte und Schmuck zurückgelassen. Schweizersbild ist ein „abrisous röche“.
Wenn wir alle bis jetzt in der Schweiz bekannt gewordenenkundorte von Resten diluvialer Menschen übersehen, so finden wir,dass sie von verschiedener Art sind. Die meisten Funde stammenaus Höhlen, einige andere wurden unter Felsvorsprüngen entdecktund nur ein einziger, zudem nicht ganz sicherer kund entstammtdiluvialen Flussablagerungen. Nach den Lokalitäten verteilen sichdie verschiedenen Funde folgendermassen:
a) Funde aus eiszeitlichen Schottern: Bellerive bei Delemont (= Delsberg ), Kt. Bern .
b) Höhlenfunde: Villeneuve , Thierstein bei Biisserach, Lies-berg, Kaltbrunnerthal, Freudenthal bei Schaffhausen und