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Urgeschichte der Schweiz / Jakob Heierli
Entstehung
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Erstes Kapitel.

ferner Laugerie Haute und Laugerie Basse , Cro Magnon und LesEyzies.

Die Höhle von Le Moustier zeichnete sich durch ihren Reich-tum an primitiven Feuerstein -Gerätschaften aus, die denjenigen desSommethaies in Nordfrankreich nahe stehen. Es sind Beile, dereneine Seite durch einen einzigen Schlag hergestellt wurde. .AusLa Madeleine stammen mehrere Zeichnungen, die von den einstigenBewohnern der Höhle mit Feuersteinsplittern auf Rentierhorn undElfenbein graviert worden sind. Ausser in Zeichnungen hat sich dieKünstliche der Troglodyten auch in Skulpturen verewigt.

In der Höhle von Cro Magnon fand man mehrere Schichten.Die oberste Fundschicht enthielt 5 Leichen. Ein Frauenschädel trugeine tiefe Wunde, die durch eine Feuersteinaxt geschlagen wordensein mochte. Die Wunde war 33 mm lang und 12 mm breit. DieRänder derselben zeigten Vernarbung. Die Frau scheint also nachder Verwundung noch längere Zeit gelebt zu haben.

Frankreich war in der Eiszeit nur zu einem kleinen Teil ver-gletschert. Der Mensch konnte sich damals fast überall in diesemLande aufhalten; daher die Masse von Waffen, Geräten undSchmucksachen, die er uns hinterlassen.

In Belgien wurden die Forschungen Schmerlings wieder auf-genommen und zahlreiche Höhlen im Thal der Maas und derLesse untersucht. Der Grotte von Chaleux entnahm Dupont ca.30000 Feuerstein -Objekte. Bei Furfooz liegt das Trou des Nutons,eine weite Höhle, welche sich als uralte Troglodytenwohnung er-wies. Im benachbarten Trou du Frontal glaubte man die zu jenerAnsiedlung gehörige Begräbnisstätte gefunden zu haben.

Deutschland weist ein schon in prähistorischen Zeiten vonMenschen benutztes Höhlengebiet auf, das als Fortsetzung des belgischenbetrachtet werden kann und sich durch Westfalen nach dem Harzhinzieht. Eine andere Gruppe von Höhlenfundorten findet sich imschwäbischen und bayrischen Jura.

Zahlreich sind die Höhlenfunde in Österreich , wo in dieserBeziehung besonders Mähren wichtig ist. An mehreren Orten da-selbst glaubte man in der Hinterlassenschaft der Troglodyten all-mähliche Übergänge von der Diluvialperiode oder ältern zur jiingernoder neolithischen Steinzeit zu erkennen, wie dies auch in Frankreich der Fall war.

Es bedarf wohl kaum des Hinweises, dass die Höhlen nichtbloss in der Steinzeit, sondern auch in spätem Epochen bewohntwurden. Mancherorts werden sie heute noch als Wohnsitze benutztund zwar nicht bloss in entlegenen Gegenden ferner Erdteile, sondern