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Urgeschichte der Schweiz / Jakob Heierli
Entstehung
Seite
36
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36 Erstes Kapitel.

Rhinoceros Merckii und anderen Tieren, die oft sogar der erstenInterglaciärzeit zugerechnet werden. Mindestens eben so alt sinddie Funde von Tilloux (Charente ). Inmitten der dortigen Kreide-hügel fand man in einer Kiesgrube Feuersteinäxte, Schaber, Silex-spitzen u. s. w., zum Teil von ganz sorgfältiger Arbeit. In derselbenFundschicht aber lagen auch Zähne von Rind (Wisent?), Hirsch,Flusspferd, Rhinoceros und Elephant. Unter den Resten des letzt-genannten Tieres konstatierte M. Boule das Mamut, denaltenKlephanten und den schon im jüngsten Tertiär vorkommenden Elephasmeridionalis. Es ist das erste Mal, dass diese drei Tiere beisammengefunden wurden. Elephas merid. verschwand schon zu Beginn derDiluvialzeit, Elephas antiquus hielt sich länger, ln interglaciärenSchichten fand man ihn neben dem Mamut, das die Eiszeit über-dauerte.

Ein bekannter deutscher Fundort ist Taubach , ein Dorf, dasetwa i'/ 2 Stunden südöstlich von Weimar am rechten Ufer der Ilm auf einer Terrasse liegt. Unmittelbar bei diesem Dorf fand manbeim Tiefgraben Knochen von Elephas antiquus, Rhinoceros Merckii,Bos priscus, Cervus euryceros, C. elaphus , C. capreola, Ursus arctos und Sus scrofa ferus.

Portis konstatierte neben den genannten Tieren auch Equus caballus , Hyaena spelaea, Felis spelaea, Castor fiber, eine Canis-Art(vielleicht Wolf ) und den Hamster. Er fand folgendes Profil:

1) Humus und Geröll: 0,20,3 m

2) Kalktuff: 22,5 m mit einigen Knochen,

3) Tuffsand: 2 m mit Knochen, Holzkohlen und Ge-

räten, von Menschenhand verfertigt,

4) Kies: 1,5 m und

5) Ton.

Die menschlichen Spuren bestanden in Knocheneinschnitten,zerschlagenen Knochen, Verkohlungsspuren, Feuerstellen und Feuer-steingeräten. Offenbar hatte die Gegend von Taubach zur Zeit derAblagerung des Tuffsandes einen See dargestellt, welcher durcheinen nördlich von Weimar befindlichen Thalabschluss erzeugt wor-den war.

Später hat besonders Götze die Stelle untersucht.. Er konstatiertevor allem, dass die Funde an primärer Stätte lägen, wie Herdstellenund Koprolithen beweisen. Da sie sich aber in bedeutender Tiefebefinden, so muss der See infolge von Erdschwankungen oft zumTeil trocken gelegen haben, sonst hätte sich der Mensch nicht auf