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Urgeschichte der Schweiz / Jakob Heierli
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Die Eiszeit oder das Diluvium.

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sogen. Kultur-, d. h. Fundschichten überwogen die Tierknochen.Es mögen etwa 15 q. gewesen sein. Die Röhrenknochen sind aus-nahmslos zerschlagen, wohl um das Mark zu gewinnen. Von Be-nagung durch den Hund zeigt sich keine Spur.

Die faunistische Ausbeute des Kesslerlochs umfasst nach Rüti -meyer 24 Arten Säugetiere, 8 Vogelspezies und einige Reptilien.Eine Anzahl Knochen musste als zufällige Funde oder spätereEuthaten betrachtet werden, z. B. Knochen von Spitzmaus,Erosch, Ringelnatter, ferner von einigen Haustieren, wie Rind undSchwein. Der Mensch war nur durch wenige Knochenreste ver-treten.

Unter den ausgestorbenen Tieren erscheinen im Kessler-loche Höhlenlöwe, Mamut, Rhinoceros (Rhin , tich.) und Urstier.Nach dem hohen Norden sind ausgewandert: Ren, Vielfrass, Eisfuchs,Rotfuchs, Schneehuhn (Tetrao lagopus) und auf die Alpen habensich zurückgezogen: Gemse, Steinbock , Murmeltier und Alpenhase(Lepus variabilis). Ausser diesen Gruppen giebt es eine Reihe vonTieren, die in der Höhle von Thaingen constatiert wurden, welchezwar nicht mehr in derselben Gegend Vorkommen, wohl aber sonstln Mitteleuropa sich finden, so der Edelhirsch , der Braunbär, dieWildkatze, Luchs und Wolf, ferner der Hamster, der Singschwan,ene Gans und der Fischadler. Nehmen wir die Reste der ge-nannten Tiere weg, so bleiben nur zwei Arten, die heute noch inder Gegend leben: Fuchs und Rabe.

Der Oberarmknochen des Singschwans wurde zu kleinen Pfeifenverarbeitet. Der Oberarm des Schneehuhns fand sich nach Merkln etwa 200 Stücken, während z. B. die Kopfknochen dieses Tieresvollständig fehlten. Das seltenste Geschöpf in Thaingen war dasMurmelthier, das zahlreichste der Alpenhase mit mindestens 800 Exem-plaren. Der Braunbär ist durch höchstens vier Individuen vertreten;ebenso zahlreich ist der Vielfrass. Das Katzengeschlecht wird re-präsentiert durch ein Exemplar der Wildkatze, drei Luchse unddrei Höhlenlöwen, die P'amilie der Hunde durch 20 Wölfe, zweigemeine Füchse, über 60 Eis- und etwa 80 Rotfüchse. Durch einenHornzapfen konnte die Gemse konstatiert werden; etwas zahlreicherw ar der Steinbock und noch häufiger der Edelhirsch. In mindestens2 5 o Exemplaren fand sich das Ren, dessen Knochen der Massen ach etwa 90 Prozent des Knochenmaterials aus dem Kesslerlochflusmachten. Darunter waren viele Reste junger Tiere. SeltenV'ar der Urstier, etwas häufiger der Wisent. Das Wildpferd konnteIfl ca. zwei Dutzend Individuen nachgewiesen werden. Das Mamut"'ar nicht bloss in Resten erwachsener Individuen vorhanden, sondern