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Erstes Kapitel.
auch in solchen von Ferkeln. Weniger häufig zeigten sich Spurendes Rhinoceros.
Nach Rütimeyer war die untere Kulturschicht vom Wasserabgelagert; die darin enthaltenen Knochen erschienen zum Teilgerollt, diejenigen der obern Schicht dagegen sind ohne Spuren vonAbnutzung. Die untere Schicht enthielt die Mehrzahl der Knochenvon Mamut und Rhinoceros, Urstier und Pferd, ferner einen Teilderjenigen von Vielfrass, Eisfuchs und Ren, die zwar erst in derobern Schicht zahlreich wurden. Die Reste des Höhlenlöwen lagenüber der Mamutschicht, und der Braunbär ist eine der jüngsten Ge-stalten. Dachs, gemeiner Hase, Reh, Wildschwein und Fischotterfehlen im Kesslerloch.
Es ist schade, dass die kleinen Säugetiere, die ihre Reste inThaingen zurückgelassen haben, nicht bekannt sind. Rütimeyererwähnt in dieser Beziehung nur den Hamster.
3. Die Produkte von Menschenhand. Die Thainger Höhle hatzahlreiche Objekte auf uns kommen lassen, die der kunstfertigenHand des Menschen ihre Entstehung verdanken, also sogen. Artefakte.Zwar werden wir nicht erwarten dürfen, hölzerne Geräte und Waffen,z. B. Holzkeulen, zu finden, da sich das Holz nicht so lange er-halten haben wird, sondern wir können höchstens durch Analogie-schlüsse zu beweisen versuchen, dass das Holz von den Höhlen-bewohnern zu allerlei Werkzeug benutzt wurde.
Die Geräte und Waffen, welche im Kesslerloch gefunden wurden,bestehen aus Feuerstein (Silex ), Horn, Knochen, Zähnen u. s. w.Es sind Hämmer, Messer, Schaber, Bohrer, Lanzen- und Pfeilspitzen,Harpunen, Nadeln u. dergl. In Thaingen gab es aber auch Schmuck-sachen. Sie bestehen oft aus Zähnen von erlegten Tieren, durch-lochten Versteinerungen, und endlich aus einer Art Kohle, die demLias, der untersten Schicht der Juraformation, entstammt: es istdie Pechkohle oder der Gagat.
a) Die Feuerstein -Objekte. Die Thainger Höhle liegt imsogen. Plattenkalke, einer der jüngsten Bildungen der Juraformation.Dieser Kalk enthält nicht selten Knollen von Feuerstein , die in-dessen in den übrigen jurassischen Schichten durchaus nicht fehlen(und auch in der Kreide Vorkommen). Man kann heute noch aufden Feldern von Thaingen Feuersteine von allen möglichen P'ormenund Farben zusammenlesen. Das hat schon der Troglodyte ge-than. Er suchte sich die tauglichsten Stücke aus, schlug sie mitSteinen, die als Hämmer dienten, zurecht, oder brachte sie in seineHöhle, um mit Stein- und Horngeräten die gewünschte Form heraus-