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Die Eiszeit oder das Diluvium.
zuarbeiten. Merk erlangte bei seiner Ausgrabung etwa 12000 Feuer-steinobjekte, ausserdem kamen auch die Kernstücke oder Nuclei,von welchen jene abgesprengt worden, zum Vorschein, sowie massen-haft Abfälle mit Schlagspuren.
Da die Feuersteinknollen des Jura nicht gross sind, so habendie Geräte, welche aus denselben hergestellt wurden, geringe Dimen-sionen und fehlen aus diesem Grunde jene grossen Beile, die ausdiluvialen Ablagerungen Frankreichs so gut bekannt sind.
Wollte der Troglodyte einen Silexknollen bearbeiten, so schluger zuerst ein Stück weg, um eine Schlagfläche zu erhalten. Anden Kernstücken (Fig. 2) erkennt man häufignicht bloss diese Schlagfläche, sondern auchSchlagpunkte, d. h. Stellen, wo der Schlagsteinaufschlug. Durch Schläge sprengte man nämlicheinen Feuersteinspan noch dem andern vomKerne ab. Freilich bedurfte es grosser Übung,um gleich eine Silexlamelle von der gewünschtenDorm zu erhalten, aber den Höhlenbewohnernvon Thaingen gelang dies, wie ein Blick in dasRosgarten-Museum in Konstanz lehrt, das die nat _ Gr.
Da finden sich Lamellen mit dreieckigem oder trapezoidemQuerschnitt und scharfer Schneide, sogen. Messer (Fig. 3 und 4).Andere Späne mit ähnlichem Durch-schnitt, aber weniger scharfer Schneide,wurden als Schaber benutzt (Fig. 5und 6). Seltener sind wohl ausge-arbeitete Sägen. Bei manchen La-mellen sind die Schmalseiten sorg-fältig bearbeitet; sie mögen hobelartigbenutzt worden sein. Manchmal fin-den sich an Silexlamellen schönpolierte Einkerbungen, unregelmässigverteilt. Derartige Instrumente dien-ten zum Glätten und Polieren derSpeer- und. Pfeilschäfte (P'ig. 7). Esdarf indessen angenommen werden,dass diese Geräte nicht exklusiveinem einzigen Zweck dienten; manchmal zeigt sich das schon durcdie äussere Form.
Unter den Spitzen aus Feuerstein dürfte die Mehrzahl als Speerund Pfeilspitzen Verwendung gefunden haben (Pig. 8). Sehr zierlici
Fig- 3- Fig- 4-
F euersteinm esser F euersteinmesseraus Thaingen. aus Thaingen.*/) nat. Gr. */ a nat. Gr.
Fig. 2 .