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Urgeschichte der Schweiz / Jakob Heierli
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Die Eiszeit oder das Diluvium.

gemacht und zwar auf frisches Horn. Versuche ergaben, dass altesGeweih in seiner Rinde zu Mulm wird, der keinen scharfen Strichmehr zu ziehen gestattet. Entfernt man aber die Rinde, so gehtes erst recht nicht, denn der Kern istversteint. Wenn nun, wiean den Hörnern des Moschusochsen, die Rindensubstanz noch amObjekte erhalten blieb und scharfe Striche aufweist, so muss dieArbeit zu einer Zeit entstanden sein, wo es frisches Rengeweih gab.An abgeworfenes Geweih kann man nicht denken, da solches vonden Atmosphärilien schon nach wenig Jahren zur Bearbeitung un-brauchbar wird. Zur Zeit Cäsars lebte allerdings das Ren nochm Mitteleuropa . 1 ) Es ist aber nicht anzunehmen, dass etwa einrömischer Soldat in müssigen Stunden die Sachen im Kesslerlochgemacht, denn wie würde sich der Stil erklären lassen und woherkäme die Übereinstimmung desselben in Dutzenden von ZeichnungenSüdfrankrciclds und der Schweiz ?

Heutzutage ist wohl jeder Zweifel an der Echtheit der 1 haingerKunstprodukte, natürlich mit Ausnahme der notorischen Fälschungen,geschwunden. Die wichtigsten Stücke daselbst sind übrigens imAnfang der Ausgrabungen zum Vorschein gekommen. Seither aberbat man nicht bloss in andern Höhlen ähnliche Zeichnungen undSkulpturen entdeckt, sondern bei heute lebenden Völkerschaften,die auf derselben Kulturstufe stehen, wie unsere Diluvialmenschen,s 'ud ebenfalls derartige Kunstleistungen angetroffen worden.

P. Das Sehweizersbild bei Schaffhausen .

x. Fundgeschichte. Wer von Schaffhausen aus nordwärtsWandert, gelangt nach wenig mehr als einer' halben Stunde zu derStelle, wo das Merishauser- und das Freudenthal sich zu vereinigenstreben. Da ist das Schweizersbild, am Nordfusse des Geiss-berges gelegen. Inmitten einer kleinen Ebene erheben sich einigeKelsen und einer derselben, auf den speziell der Name Schweizersbildhbergegangen ist, hängt gegen Südwest über. Diesenabri sousr °che hatten einst die Rentierjäger als Wohnsitz inne.

Der überhängende Felsen umfasst einen nahezu halbkreis-förmigen Raum. Im Hintergründe desselben ist man vor demKegen ziemlich gesichert und im Sommer das haben die an der^xisgrabung Beteiligten erfahren herrscht daselbst eine bedeutende

) Diese Ansicht von Fraas ist nicht haltbar, da die betreffende Stelle bei Cäsarlc h sicher nicht auf das Ren bezieht. Vielleicht war das Elen gemeint.