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Erstes Kapitel.
Hitze. Der Ort mochte sogar im Winter meist schneefrei sein. Derdiluviale Mensch hat wohl sein Heim im Sommer durch Laubhüttenwohnlicher eingerichtet, im Winter vielleicht durch Vordächer, diemit Pelzwerk verhängt waren. Die Reste seiner Nahrung und dieAbfälle bei seiner Arbeit wurden weggeworfen und bildeten im Laufder Zeit einen Wall, der sich von einem Ende der Felsnische zumandern zog. Dieser Wall wurde auch in jüngerer Zeit durch zeit-weilig am Schweizersbild hausende Bewohner, sowie durch die Vege-tation erhöht. Der Platz war gut gewählt; in seiner Nähe befindetsich eine reichlich fliessende Quelle.
Im Jahr 1891 zogen die Herren Dr. Nüesch und Dr. Häuslereinen Versuchsgraben durch den Wall und fanden in geringer TiefeFeuersteinobjekte' und zerschlagene Knochen, besonders vom Ren.Dadurch war ihnen klar geworden, dass im Schweizersbild Reste desDiluvialmenschen vorhanden seien und sie beschlossen, die Stellezu untersuchen. Zunächst wurde der Graben quer durch den Wallvon dessen äusserem Rande bis zum Fels geführt und bis auf dennatürlichen Kiesgrund hinunter fortgesetzt. Später grub man in derLängsrichtung des Walles rechtwinklig zum ersten Graben. DieAusbeute war sehr reich.
Im folgenden Jahre wurde die Untersuchung des östlichen Teilsbegonnen und für das Jahr 1893 blieben dann noch etwa z / 6 desganzen Ausgrabungsgebietes übrig. Nachdem die Arbeit beendigt,erwarb die Eidgenossenschaft den Hauptteil der Funde für dasLandesmuseum in Zürich . Eine Gesamtpublikation über Schwei-zersbild von Dr. Nüesch ist in den „Denkschriften der Allg. Schweiz .Gesellschaft für die gesamten Naturwissenschaften“ erschienen(Bd. XXXV. 1896).
2. Die Fundschichten. In Thaingen waren die Funde aus denzwei Kulturschichten nicht auseinander gehalten worden, um so mehrmusste man wünschen, dass im Schweizersbild die einzelnen Schichtenund ihre Einschlüsse sorgfältig geschieden würden. Zu oberst,direkt unter der Grasnarbe, lag eine Humusschicht, die mannig-fache Störungen aufwies. Darunter befand sich die sogen, schwarzeKulturschicht, die besonders in der Nähe der Felswand grosseMengen von Asche in sich schloss. Sie enthält aber auch roheThonscherben, geschliffene Steine und andere Objekte aus der Zeit,da das Schleifen und Polieren des Steins allgemein geübt wurde,also aus einer Zeit, da die Tierwelt, wie wir sie in den grossen Höhlen-funden kennen lernen, längst verschwunden war, um der jetzigenFauna Platz zu machen. Die Funde aus der schwarzen Kultur-schicht waren zwar nicht so reichlich, dass man hätte annehmen