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Urgeschichte der Schweiz / Jakob Heierli
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Zweites Kapitel.

Als seltenes Vorkommnis muss ein Töpfchen aus Asphalt be-zeichnet werden, dass in Robenhausen zum Vorschein kam. Ebensoselten sind Schädelkapseln von Menschen, die als Gefässe benutztwurden. SolcheObjekte sind von Schafts und Sutz nachgewiesen worden.

Die Töpferkunst konnte sich nur da entwickeln, wo das spezi-fische Material des Töpfers, der Thon, reichlich vorhanden war.Freilich wäre es falsch, daraus den Schluss zu ziehen, dass überall,wo der Thon vorhanden ist, sich nun auch die Keramik entwickelthabe. Ratzel hat ganz recht, wenn er sagt, dass hier auch nochder menschliche Wille in Betracht komme. Hart neben den in derTöpferei ausgezeichnet arbeitenden Mandan-Indianer Nord-Amerikasleben die Assiniboin, denen die Keramik ganz fehlt. In Polynesien behilft man sich mancherorts ohne Thongefässe, obwohl das Lebendort nicht ganz geringe Ansprüche macht. Die Kunst des Töpfers,die auf den Fidschi-Inseln hervorragend entwickelt ist, wurde nichtauf den nahen Archipel von Tonga übertragen.Die Erfindungen

Fig. 151.

Holzschale aus dem Pfahlbau Schahs.

Fig. 152.

Verzierter Hirschhornbeclier aus Schafis.

breiten sich eben nicht aus wie das Feuer der Steppe, das so weitfortbrennt, als es Nahrung findet. (Hoernes.) An manchen Orten,wo heute die Töpferei nicht geübt wird, war sie früher bekannt,so z. B. auf den Sandwich-Inseln, wo man alte Scherben von Gelassenentdeckte, die von freier Hand erstellt worden waren. Ebensoist es auf den Neuen Hebriden, in Kalifornien und bei manchenIndianerstämmen, welche beim Erscheinen der keramischen Produkte,besonders der Metallgefässe der Weissen, ihre einheimische Thon-industrie verliessen. Dagegen giebt es allerdings Völkerschaften, dieweder jetzt, noch in vergangenen Zeiten die Töpferei übten, z. B.die Feuerländer, Patagonier, Botokuden. Ebenso fehlt die Keramikin Neu-Irland und Neu-Britannien . Auf Atollen giebt es keinen Thon,daher der Mangel an Töpferprodukten.

Die Naturvölker besitzen Thongefässe, deren Material mit Sandgemischt ist, so die Bewohner von Neu-Guinea, der Fidschi - und derAdmiralitäts-Inseln . Auch bei den steinzeitlichen Pfahlbauten derSchweiz erscheint dieses Material und aus sandgemischtem Thon