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Urgeschichte der Schweiz / Jakob Heierli
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Die Eisenzeit. thal

noch nicht so hoch mit Schutt und Schlamm ausgefiillt war,wie jetzt. Auch die Konstruktion des Ofens deutet auf ferne Zeiten.Um zwei cylinderförmige Hohlräume lagerten sich mächtige Steine,die Wandungen bildend. Die Zwischenräume waren mit einer ArtEisenschlacke erfüllt, aus welcher der Ofen eigentlich zu bestehenschien. Unten an den Cylindern befand sich eine Öffnung unddurch dieselbe wird der durch das Gebläse regulierte Luftzug ein-getreten sein. In unmittelbarer Nähe des Ofens will man vormehreren Jahren beim Fundamentieren eines Hauses die Reste eineralten Eisenschmiede gefunden haben. Eine Urkunde von 1550 er-wähnt Hammerschmieden in den benachbarten Orten Ragaz undWartäu.

Auf der dem Gonzen gegenüber liegenden Thalseite, in Mädris,etwa 3 l i Stunden über Meis, heisst eine Gegend urkundlichbei derSchmitten , obwohl weder zur Zeit der Anfertigung jener Urkunde,noch seither daselbst eine Schmiede-Werkstätte existierte. Doch fandman einen eigentlichen Schlackenhügel von über 30 m Länge und4 m Höhe. Der Entdecker dieses Hügels, Natsch, hält es für un-begreiflich, dass Gonzenerz ins Thal gebracht und auf der anderenSeite dann wieder mehr als eine halbe Stunde den Berg hinauf-transportiert worden sei. Man kennt zwar heute keine Eisenerz-Vorkommnisse in dieser Gegend, aber die Bemerkung Natschsscheint dennoch aller Beachtung wert und es würde sich vielleichtlohnen, in der Nähe nach weiteren Erzlagern zu suchen. Vorläufigmuss die Frage, woher das Eisen stamme, das Anlass zu jenemSchlackenhügel gab, offen bleiben.

Seit den Tagen, da das Eisen in den Dienst des Menschen ge-zogen wurde, haben sich die Methoden der Gewinnung desselbenwesentlich verbessert. Gleichzeitig aber wurde der Kreis, dem dasEisen diente oder den es beherrschte, immer grösser und heutebildet es einen Grundpfeiler unserer hochentwickelten Technik.

B. Eisenzeitliehe Ansiedelungen.

Die ältesten geschichtlichen Nachrichten, die wir über dieSchweiz besitzen, zeigen uns dieselbe im Besitze verschiedenerVölkerschaften. In den Gebirgen Graubündens , im Kt. Glarus und bis gegen den Zürichsee hinunter wohnten die Rätier. Siewurden später ganz romanisiert. Die romanische Sprache hat sichin den genannten Gegenden bekanntlich bis auf den heutigenTag erhalten, und wenn man im Kt. Glarus und im St. Galler Ober-