Die Eisenzeit.
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Vollgriff. Daneben sind zu erwähnen einfache Bronzeringe, fernerSpiralringe aus demselben Material, Bronzeröhrchen, ein Bronzebeilund Bronzelanzen. Nicht bloss Reste von Ansiedelungen hat manbei Martigny entdeckt, auch Gräber kamen zum Vorschein.
Die eisenzeitlichen Gräberfunde sind im Wallis so häufig, dasswir schon daraus auf eine sehr dichte prähistorische Bevölkerungim pöninischen Thal schliessen müssen. Besonders sind es dieGegenden um Sion (Sitten ) und Sierre (Siders ), die in dieser Be-ziehung sehr ergiebig waren. Zu den Gräberfunden aber kommennoch Ansiedelungsspuren und Einzelfunde in grosser Zahl. InSierre kamen sogar gallische Götterbilder zum Vorschein.
C. Die Gräber der Eisenzeit.
In der Eisenzeit Mitteleuropa ^ können wir zwei grosse Kultur-strömungen erkennen. Die eine hat ihren Sitz im Osten, die anderemehr im Westen. Beide durchdringen sich lokal.
Die östliche Kultur ist die ältere. Sie wird nach einem be-rühmten Fundorte die Hallstattkultur genannt. In dem schönenSalzkammergut Ober-Österreichs liegt das Dorf Hallstatt an demnach ihm benannten See. Es lehnt sich an die steilen Gehänge,die sich am Südrande des Hallstättersees erheben. Hoch obHallstatt liegt ein kleines Bergthal und in demselben erblickt mandie Eingänge in das Salzbergwerk. Man hat daselbst uralte Stollen'gefunden, in denen Werkzeuge und Geräte aus prähistorischer Zeit,in das Salz eingewachsen, zum Vorschein kamen. Auch Felle,Pelzwerk und sogar Wollstoffe wurden ans Tageslicht gefördert.Der Salzbergbau in Hallstatt ist also sehr alt. Kein Wunder, dasssich in dem genannten Bergthälchen Anzeichen von Ansiedelungenund besonders Gräber fanden, die bewiesen, dass schon lange vorunserer Zeitrechnung da oben eine zahlreiche Bevölkerung existierte.
Das Gräberfeld ob Hallstatt wurde von 1846 an ausgebeutet.Über 1000 Gräber sind wissenschaftlich untersucht worden. DieFunde liegen in ihrer Mehrzahl im k. k. Naturhistorischen Hof-museum in Wien ' (prähistorische Abteilung). Sie zeigen, dass dieBewohner des alten Hallstatt , die Salzleute, reich genug waren, ummanch herrliches Gerät, manch schönen Schmuck sich verschaffenzu können.
Die Gräber von Hallstatt lagen in freier Erde und enthieltensowohl Skelete, als auch verbrannte Leichen. Die Beigaben warensehr zahlreich und bestanden aus den verschiedensten Materialien.
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