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Urgeschichte der Schweiz / Jakob Heierli
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365
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Die Eisenzeit.

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einem Stück Eisen. Hinten am Griff erheben sich zwei Arme, zwischendenen ein Eisenköpfchen liegt. Ein ähnliches, noch schöneres Hall-statt-Kurzschwert fand sich in den Flachgräbern in derRue de Lau-sanne in Sion (Wallis ). Aus einem Grabhügel im Niederhart beiLangenthal (Bern ) stammt ein Dolch von verwandter Form. Erwurde mit Bronze-Armspangen zusammen gefunden.

Aus den zahlreichen Anklängen an Hallstatt , die sich in denFunden von Dörflingen erkennen lassen, erhellt die Zeitstellung der-selben zur Genüge. Während in den Gräbern der Bronzezeit derNordost-Schweiz nur Leichenbrand konstatiert werden konnte, habenwir in den Dörflinger Hügelgräbern Skeletbestattung und Leichen-brand nebeneinander und ebenso ist es bei den der Hallstattperiodeangehörigen Grabhügeln von Trüllikon .

b) Die Funde vom Eggbühl bei Russikon (Zürich ) zeigeneinige andere Eigentümlichkeiten der Hallstatt -Epoche. Es fanden

Gürtelblech aus einem Grab bei Russikon .

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Fig. 350,

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sich daselbst folgende Objekte: eine Paukenfibel (siehe Fig. 346Seite 363), eine Nadel und Ringe aus Bronze, ein dünnes Bronze-blech, das neben getriebenen Buckeln und Leisten Verzierungenaufweist, die mit dem Tremolierstichel angebracht worden waren(Fig. 350). Dieses Stück ist das Fragment eines jener Gürtelbleche,wie sie in vielen Grabhügeln der Schweiz vorkamen. Prachtvolle Gürtel-bleche sind namentlich aus Hallstatt selbst bekannt.

Zwei der oben genannten Bronzeringe sind sehr interessant. Sieweisen nämlich auf der Aussenseite Vertiefungen auf, welche ur-sprünglich wohl Email-Einlagen enthielten. Der grössere Ring besitztausserdem Leisten und vier je in gleichen Abständen von ein-ander befindliche Medaillons, in denen noch Reste von Email vor-handen waren.

Aus dem Eggbühl stammt auch ein Kessel aus Bronze.Er hat die Form eines Kegelstumpfes, der auf der kleineren Basis-fläche steht: Es ist eine Situla. Die Wand derselben zeigt nirgendseine Lötung, wohl aber sieht man, dass die Ränder des Bronze-bleches, welches die Wandung bildet, übereinander gelegt und ver-