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Urgeschichte der Schweiz / Jakob Heierli
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368
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Viertes Kapitel.

368

teils auch bei Hügeln mit imverbrannten Toten, wie de Ring glaubt,zur Reinigung und Weihung des Platzes angezündet wurden. Einabsichtliches Einstreuen von Kohlen scheint ausser Zweifel zu sein.Wenn wir unterdessen, den in dem Körper des Hügels vorkommendenWechsel von Stein- und Erdschichten zu erwähnen, so geschah esin der Überzeugung, dass die Verschiedenheit des Materials ganzzufällig und das Zählen und Beschreiben etwa auffallend grosser Steinevöllig unnütz ist, sind ja die Grabhügel im allgemeinen je nach derGegend oft aus Erde ohne Steine, oft aus Steinen ohne Erde aufgeführt.Nach der Beisetzung der Grabgeschenke wurde der Bau desHügels von 5 Fuss (1,5 m) fortgesetzt und zu neuen Feierlichkeiten ge-schritten. Diese bestanden darin, dass oberhalb der Mitte desHügels an sechs bis sieben Stellen Feuer angezündet wurden, welchesich durch Kohlenstätten ganz deutlich zu erkennen gaben, dass fernerzwischen den Feuerstellen und der Krone des Flügels ein Kranz vonSteinen gesetzt und die letztere mit einer Anzahl von Steinen belegtwurde. Hiermit war der erste Akt desBestattungs-Ceremoniels zu Ende.Das ganze Grabmal war aber noch nicht vollendet. Sei es,dass die Reste der heiligen Feuer nicht unbedeckt bleiben durftenund die Grabgeschenke zu wenig beschützt waren, oder dass, wiees häufig geschah, die Beisetzung eines zweiten Körpers, von demaber jede Spur verschwunden war, stattfand, die Aufhöhung desHügels ging aufs neue vor sich und zwar so lange, bis derselbedie Höhe von Fuss erreicht hatte. Am Schluss der Arbeit wurdeam Rande des Hügels aus grösseren Steinen ein neuer Kranz er-richtet, der ohne Zweifel den Hügel als Grabhügel bezeichnen unddas Betreten desselben verbieten sollte.

d) Lunkhofen. Im Walde oberhalb Unter-Lunkhofen liegenca. 60 Grabhügel, die zum Teil wissenschaftlich untersucht wordensind. Ihre Grösse ist sehr verschieden. Die einen erheben sichnur wenig über die Umgebung, andere haben eine Höhe bis 4 mund darüber. In den genauer untersuchten Hügeln stiess man fastnur auf verbrannte Leichen. Manchmal fanden sich in ein unddemselben Tumulus mehrere Brände. Die Funde liegen zur Haupt-sache in den Museen von Zürich und Aarau .

Waffen waren in den Grabhügeln von Lunkhofen selten, dochist ein eisernes Langschwert zum Vorschein gekommen, das denHallstattschwertern ähnlich sieht. Sein Erhaltungszustand lässt freilich 'keine ganz genaue Bestimmung der Form zu. Ein ähnliches Lang-schwert mit Griffzunge fand sich in einem Grabhügel bei Höngg (Zürich ).

Die Messer von Lunkhofen sind von zweierlei Art. Die einenhaben rundliche, mondsichelförmige Klingen, die anderen, ebenfalls