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Viertes Kapitel.
oftmals wieder Funde gemacht worden. Die Mehrzahl derselben ge-langte nachBern, einiges istzerstreutworden, anderes verloren gegangen.
Das Historische Museum Bern besitzt aus Champagny zahlreicheFragmente von Bronzeketten, ähnlich denjenigen von Sinneringen,Kirchthurnen, Oberhofen, Kehrsatz , Bikingen u. s. w., ferner Glas-ringe von weisser, gelber und blauer Farbe, einen Gagatring, Spiral-ringe aus Bronze, einen gekröpften Ring, Früh- und Mittel-LaTene-Fibeln, eine eiserne Lanzenspitze, Schwertfragmente, eine aufder Drehscheibe erstellte Urne und Thonscherben.
Dass auch im Waadtlande die Flachgräber der La Tene-Zeitnicht fehlen, beweisen Funde aus Echallens , wo in SkeletgräbernArmringe aus Glas und Gagat gefunden wurden, aus Ollon undandern Orten. Bekanntlich ist die Gegend von Ollon schon zurBronzezeit bevölkert gewesen; sie blieb es auch in der Eisenzeit.Einige der Skeletgräber von Charpigny bei Ollon gehören wohl derHallstattzeit an; in Villy fand man Gräber der Früh-La T^ne-Periode,in Antagnes und Fontaines solche der mittleren La Tene-Zeit. lnSt. Triphon kamen auch wieder Mittel-La Tene-Gräber zum Vor-schein, aber sie haben ganz den Charakter der Walliser Gräber.Jedenfalls war Ollon ein Hauptplatz des wallisischen Stammes derNantuates, deren Hauptort bei St. Maurice lag und deren Gebiet bisan den Genfersee, wahrscheinlich bis in die Gegend von Vevey reichte.
4. Anthropologische Bemerkungen. Eine allerdings geringe Zahlvon Schädeln aus Grabhügeln sind in dem grossen Werke von Hisund Rütimeyer (Crania helvetica) beschrieben. Seither haben Virchowund andere die Skeletteile, welche in La Tene zum Vorschein kamen,untersucht und endlich sind einzelne Gräber von Prof. Martin ihremanthropologischen Inhalt nach durchforscht worden. Nach diesenUntersuchungen scheint es, als ob die vorwiegend dolichocephaleBevölkerung unseres Landes zur Bronzezeit (nach und nach?) einerkurzköpfigen Rasse Platz gemacht habe.
In einem Grabe, das im Frühling 1896 im Grunde der neuenKirche Wiedikon (Zürich III) zum Vorschein kam, fanden wir einSkelet und bei demselben eine Mittel-La Tene-Fibel aus Bronze,einen Spiralarmring aus demselben Material, sodann zwei kleineBronzeringe, einen Spiralfingerring und eine Bernsteinperle. DerSchädel war nur in Resten erhalten, so dass die Indices nicht be-stimmt werden konnten. Aus der Art und dem Erhaltungszustandder Zähne schätzte Martin das Alter auf 30—40 Jahre. Die ganzeLänge des rechten Femurs betrug 425, diejenige des linken 426 mm.Die Maximallänge des rechten Radius ergab 232, diejenige deslinken Radius 228 mm. Daraus wurde von Martin die Körpergrösse