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Viertes Kapitel.
münze zum Vorschein und bei Kloten soll eine massaliotischeSilbermünze ausgegraben worden sein.
Ein eigentümlicher Münzfund wurde neben der Börse in Zürich der Erde enthoben. Bei Fundamentierungen stiessen die Arbeiter in5 */ 2 m Tiefe auf mehrere Metallklumpen, die sich bei der chemischenUntersuchung als Botin erwiesen. Sie bestanden aus zusammen-geschmolzenen Münzen, deren einige noch erkennbar waren. Dergrösste Klumpen wog 65 kg; im ganzen mag etwa 1 q. Metallvorhanden gewesen sein. Die Münzen gleichen denjenigen derSequaner und weisen, wie jene, auf der einen Seite das gehörntePferd auf (gallisches oder Einhornpferd), auf der anderen Seite aberden Merkurstab (Caduceus). Es wäre nicht unmöglich, dass wir hierdie Scheidemünze der Helvetier vor uns hätten. Ob Zürich eineMünzstätte gewesen und warum diese Münzen zusammengeschmolzenwurden, wissen wir nicht, da die Fundstelle leider nicht genaueruntersucht wurde.
Übrigens sind in und bei Zürich auch noch andere Potin-und sogar vorrömische Goldmünzen zum Vorschein gekommen.Die Potinmünzen aus den Gräbern von Wiedikon haben wir be-reits erwähnt und beim Bau der neuen Rathausbrücke fand sichebenfalls ein solches Stück. In Wiedikon, wie in dem benachbartenAltstetten, entdeckte man mehrere Goldmünzen, worunter Nach-ahmungen makedonischer Philipper, zu denen noch der Viertel-stater von Horgen kommt.
Im Kanton Zug ist die Münze von Steinhausen bis jetzt ver-einzelt geblieben, dagegen hat Luzern mehrere Stücke geliefert. InBuchs wurde eine jener grossen Nachahmungen makedonischerMünzen in Silber gefunden, wie wir sie schon erwähnt haben. BeiSursee stiess man im Zellermoos auf eine gallische Münze, und vonWauwil hat Reber zwei goldene Stücke publiziert. Sie haben dieForm der Regenbogenschüsselchen; so genannt, weil sie der Sagenach nur an Stellen zu finden sind, wo der Regenbogen die Erdeberührt hat.
Goldene Viertelstater wurden im P'reiamt des Kts. Aargau gefunden. Bei dem durch seine römischen Ruinen bekannten Ober kulm kam eine Salassermünze zum Vorschein. Aus der Gegenddes alten Vindonissa sind mir vier vorrömische Münzen bekannt.Eine derselben besteht aus Silber und wird dem gallischen Stammder Senoner zugeschrieben; zwei andere gehören zu den grossenStücken, die vielleicht im helvetischen Lande selbst geprägt wurden.Die eine dieser Münzen besteht aus Silber, die andere aus Elektron;