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Einleitung. Kostümgestaltung im 12. und 13. Jahrhundert.
sie fernerhin zumeist den eigentlichen Mantel ersetzte, bezeichnete mandieselbe in Deutschland als „Wavkus, Kuppe“ und „Schapperun inihrer einfacheren Gestaltung dagegen gemeiniglich als „Sukkenie“. — DenMantel selber wandelte man etwa-seit des Mitte des dreizehnten Jahr-hunderts aus seiner bis dahin gewöhnlichen Form eines auf der rechtenSchulter zu verbindenden weiten Umhangs, zu einem über beide Schulternzu hängenden Rückenmantel um (Fig. 1; Fitj. 5).
Fi<). 5.
Gleiehmässig mit der Verengerung des Rocks, wie überhaupt seitdemman begann die natürlichen Formen des Körpers mehr und mehr zurGeltung zu bringen, und ungeachtet der Einführung jenes dann wiederumweiteren Gewandes, wandte man sich in Ausstattung der Kleidungdurch metallenen Schmuck u. s. w. immer grösserer Einfachheit zu. Fortan,weit mehr auf eine freiere Anordnung der Fältelung bedacht, legte manum so grösseren Werth auf Feinheit und Kostbarkeit der Stoffe, wiesolche die allerdings auch inzwischen allseitig zu höherer Vervollkommnunggediehene Gewerblichkeit lieferte. Nächst den auch sonst schon ge-bräuchlichen meist buntgemusterten Seidenzeugen, die noch immer inbester Güte vorzugsweise im Orient, Sicilien und Spanien gefertigt wur-den, gewann die Anwendung der zum Theil freilich nicht minder nochkostbaren, zumeist eintönig gefärbten Tuche, wodurch sich insbesondere