30 Einleitung. Kostümgestaltung im 12 . und 13 . Jahrhundert.
laus II. (von 1058 bis 1061), allerdings erst nach mannigfachem Wider-streben der weltlichen Tracht ohne Weiteres zu entsagen, bis um dieMitte des dreizehnten Jahrhunderts dahin übereingekommen, sich alsStandesbezeichnung der den ganzen Körper verhüllenden einfachen „Kappe“und des langen Rückenmantels zu bedienen; beides durchgängig vondunkler Farbe. —
Für die geistlichen Ordenstrachten, wie solche die Heraus-bildung des Mönchs- und Klosterthums mit sich brachte, blieben imGanzen die Bestimmungen für alle Zeiten maassgebend, welche bereitsim sechsten Jahrhundert Benedictus von Nursia über die Kleidung desvon ihm gegründeten Ordens erlassen hatte; denn obsclion man auch inden davon abzweigenden zahlreichen Stiftungen an jenen Bestimmungenänderte, betraf dies fast immer wesentlich nur theils die Farbe der Ge-wänder, theils die Aneignung besonderer Abzeichen, nur höchst seltenauch die Form. Sieht man von derartigen Wandlungen ab, zählten dem-nach zur Ordenstracht, im Anschluss eben an jene Maassnahmen, durch-gängig und fast unausgesetzt eine „Tunika“ oder Hemd, welches bis zuden Füssen reichte, ein „Skapulare“ und ein „Cucullum“, letzteresim Winter von derberem, im Sommer von leichterem Wollenstoff, „Pe-dules“ oder „Caligae“ (Sandalen, Schuhe oder Halbschuhe) und, fürdie Reise, „Femoralia“, eine Art von Beinlingen. Hiervon bildete dasCucullum entweder nur eine spitzige Kapuze mit rings geschlossenemSchulterkragen oder einen mit solcher Kapuze versehenen langen Ermel-rock (Fig. 23 b ), das Skapulare entweder einen der Tunika ähnlichenUeberwurf (statt der Ermel) zu beiden Seiten zu mehreren Armlöchernaufgeschlitzt (Fig. 23 a) oder, so insbesondere seit dem zwölften Jahr-hundert vorherrschend, ein Gewand, das ebenfalls bis zu den Füssen herabreichte, jedoch jederseits von der Schulter abwärts völlig aufge-schlitzt und gewöhnlich nur über den Hüften durch ein Querband ver-bunden war (vergl. Fig. 14 b). — Dazu kam, als ein zur Ausstattungunerlässlicher Zubehör, wohl sicher schon vor dem zwölften Jahrhundert,das sogenannte „psalterium “: eine Schnur mit fünfzehn grossen und da-zwischen gleichmässig vertheilten hundertundfünfzig kleinen Kugeln, be-stimmt, um darnach die richtige Zahl der Gebete bemessen zu können. —
Die auszeichnende Bekleidung der geistlichen Ritterorden end-lich, ungeachtet diese Orden ihre Entstehung im Grunde genommen imAnschlüsse an die Mönchsorden, als deren Nachbildung, gefunden hatten,blieb doch, dem kriegerischen Zwecke gemäss, hauptsächlich nur auf einekurze, meist weisse Untertunika, die über der Rüstung getragen ward,auf einen weiten Rückenmantel (entweder mit oder ohne Kapuze) vonbestimmt verordneter Farbe und auf ein darauf angebrachtes eigenesOrdenszeichen beschränkt, das am häufigsten die Gestalt eines lateinischen