Hg I. Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrh.
hatte sagen können „je länger der Schuh, je vornehmer der Mann“, sokonnte man dies nun mit gleichem Rechte auf diese Büsche anwenden.Gleichviel ob man sie aus vielen einzelnen kleinen Federn, was häufigergeschah, oder aus grossen Federn herstellte, stets nahm man vor Allem
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darauf Bedacht sie nach Möglichkeit auszudelmen, was denn nicht seltenzur Folge hatte dass sie, sofern man die einzelnen Federn in Fächerformmiteinander verband, geradezu den vollständigen Schweifen von Pfauenoder von Straussen glichen. — Andrerseits nahmen nun einzelne Stutzerauch die schon seit länger fast ganz vergessenen Kopfbunde und Kopf-reifen wieder auf, sich aber dabei zu deren Ausschmückung auf nur eineFeder beschränkend, die sie dann vorn, auf der Stirnmitte, gewöhnlichsenkrecht befestigten.
Das Haar schlicht, doch vor der Stirn gerad abgeschnitten undsehr lang zu tragen war, mit stetem Beibehalt gänzlicher Bartlosig-keit, schon während der Regierung Ludwigs XI. (bis 1483) allgemeinerüblich geworden. Demzufolge pflegte man es, so namentlich in denhöheren Ständen, leichthin wellenförmig zu kräuseln, was sodann aberdas Stutzerthum alsbald auch dazu veranlasste, sein Haar durch allerleikünstliche Mittel, durch Einflechten, Brennen, Pomadiren u. dgl. zu mög-lichst zierlichen Ringellocken zu gewöhnen. —
Die Anwendung von Schmucksachen (Ringen, Halsketten u. s. w.),von Handschuhen und von Gürteltaschen, als auch der insbesondere beimAdel schon seither so beliebte Gebrauch einzelne Theile der Bekleidung