120 !• Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zam Beginn des 16. Jahrh.
Ludicig XI., etwa seit 1480, zuvörderst damit den breiten Ausschnittauf Brust und Rücken noch zu erweitern, den Latz darunter einestheilsimmer tiefer herabzurücken, so dass er oft kaum noch die Brust bedeckte(. Fig. 75 c), andemtheils aber auch ganz zu beseitigen oder ihn dochhöchstens nur durch feinen durchsichtigen Stoff zu ersetzen. Obschonnun dies auch wohl keineswegs sofort allgemeine Billigung erhielt, ja
Fig. 75.
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beim weiblichen Geschlechte selber vorerst noch, wie insbesondere beiden ehrbargesinnten Frauen namentlich des Biirgerstandes manchenWiderspruch erfuhr [Fig. 75 b\ Fig. 76 a.—c ), schritt man doch andrer-seits nichtsdestoweniger sogar auch dazu die engen Ermel, durchausähnlich wie bei den Männern, theils, um das feine Hemd zeigen zukönnen, aufzuschlitzen und auszubauschen, theils, um die Arme sehen zulassen, bis zur Armbiege und noch höher, zuweilen wohl selbst bis überdie Mitte des Oberarms hin abzukürzen. In Folge dessen, dabei dieKürzung die Ermel des unteren Kleides betraf, das ja überdies in seinerGestaltung beständig von den Wandlungen des Oberkleides mitbedingtblieb, gelangte man allmälig auch dahin für die sonst gänzlich nack-ten Arme eigene Ermel von feinstem Stoff in wechselnder Durchbil-dung herzustellen und nun dazu am oberen Gewände kurze, nur den