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Auch an noch fernerer Bereicherung desselben in Stoff und Ausstattung,
Wie namentlich in Pelz- und Bortenbesatz, als auch in künstlerischerDurchbildung der Brustspangen, damit man ihn noch immer gelegentlichzu schliessen pflegte, liess man es nicht fehlen. Wo man ihn von dün-nerem Stoffe gefertigt trug, bediente man sich seiner jetzt zuweilen, ähn-lich wie die Männer des ihrigen, nach Art eines Umwurfs, indem manihn vom Bücken aus unter einem der Arme hinweg nach -vorn zog undliier entweder über die entgegengesetzte Schulter legte oder über denanderen, schon davon bedeckten Arm ordnete; bestimmte man für ihneinen dichteren Stoff, etwa reichdurcliwirkte Seide, der eine derartigefreiere Behandlung nicht gestattete, so versah man ihn nicht selten anjeder Seite mit einem weiten gewöhnlich reichbordirten Armloch. Nochsonst aber brachte man daneben, ausser den bereits bestehenden ander-weitigen Formen, doch im Grunde genommen auch nur als eine wenigveränderte Wiederholung, weite und langschleppende Uebergewander mAnwendung, die von unten bis zur Mitte der Brust hin offen, dann ge-schlossen und mit weitgeschlitzten Armlöchern ausgestattet waren. Sieindessen verblieben, vorwiegend als eigentliche Schutzhüllen, hauptsäch-lich den mittleren und niederen Ständen.
Die Kopfbedeckungen gestalteten sich noch zunehmend bunter.
So wenigstens bis weit über die Mitte des Jahrhunderts, bis zu welcher
Zeit zu den schon genugsam absonderlichen Formen, die bereits vor dessen
Beginn aufgetaucht waren (S. 312), nun auch noch die sonstigen wunder-lichen französischen Kopftrachten, die „hennins“ mit ihren Schleier-hehangen und die mancherlei breit- und hochausladenden Anordnungenvon Kopftüchern u. s. w. hinzukamen (Fig. 137 ; Fig. 138; Fig. 145 a;vergl. Fig. 49 • S. 82; S. 99). Erst gegen den Schluss des Jahrhundertswandte man sich in diesem Punkte wiederum mehrerer Einfachheit zu,doch bewahrte man auch noch bis dahin, ja zum Theil auch darüberhinaus, davon manches Einzelne, wie insbesondere die breiten Bundwülste{Fig. 138 ) und die höheren weitfaltigcn Behänge, wie denn nicht minderauch immerhin Einiges davon an den noch übrigen Kppftrachten haftenblieb oder auf sie übertragen wurde. Am einfachsten noch erhielten sichdie Kappen und Mützchen, bei deren Fortgestaltung man sogar zuwahrhaft zierlichen und geschmackvollen Formen gelangt^; schon wenigerwar dies bei den Hauben unä Haarsäcken und noch weniger bei deneigentlichen Kopftüchern der Fall, bei deren Gestaltung und Anwen-dung man nicht selten selbst den Zweck, den sie im Grunde zu erfüllenhatten, gänzlich ausser Augen setzte. — Neben den seitherigen breitaus-ladenden Bundwülsten, die man fortdauernd mit Perlen, Borten, Blu-men u. dergl. spiralförmig überzog (Fig. 138), kamen allmälig, als eineAbartung davon, ganz demähnliche Aufsätze auf, die jedoch gänzlich aus