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Ueber den Herrscherornat als solchen und seine etwaigen Wand-lungen lässt sich im Grunde genommen nur nach vereinzelten gleich-zeitigen bildlichen Darstellungen urtheilen. Demzufolge scheint es sichdamit, was die Eotiu im Ganzen betrifft, ziemlich ähnlich verhalten zuhaben, wie mit der Bekleidung überhaupt. Sieht man von der Aus-stattung ab, die wohl stets je nach eigenem Ermessen der einzelnenMachthaber wechselte, folgte man muthmassJich auch darin dem franzö-sischen Vorgänge (S. 128) und, wie vorauszusetzen ist, bis gegen denSchluss des vierzehnten Jahrhunderts selbst im engsten Anschlüsse. Aberauch noch nach dieser Zeit wich man davon im Allgemeinen höchstensin Einzelheiten ab, die auch zum Theil überdies wiederum nur auf derAusstattungsweise beruhten, sofern der zunehmende Reichthum derselben,die dadurch veranlasste Schwere des Stoffs, den Zuschnitt der Gewan-dung bestimmte.
Ohne auch dies nun, nach Maassgabe der vorhandenen Darstellungen,allseitig näher verfolgen zu können, sei davon hier nur einiger erwähnt,Welche zumeist geeignet sein dürften solches zu veranschaulichen. Da-hin gehört, als eine der frühsten und zugleich zuverlässigsten, das sorg-fältig durehgeführtc Abbild Ileinrich’s II. von Castilien , der um 1389sta rb. Bei diesem besteht der vollständige Ornat zunächst aus einemO’nterkleide, davon nur die Ermel sichtbar sind, welche die Arme engllI üschliessen, je unterhalb rücklings mit Knöpfchen besetzt; aus einemgeschlossenen Gewände darüber, das bis zu den Füssen reicht, und eineme ^enso langen Mantel, der von der rechten Schulter abwärts durchgängiggeöffnet ist: beide Gewänder reich verziert; dazu Handschuhe mit Quasten,Schuhe von verschiedener Ausstattung, ein kurzes aber starkes ScepterUll ( l eine nur kleine Zinkenkrone. — Als zweites Beispiel, freilich auseiner schon um vieles späteren Zeit, verdient ein Gemälde genannt zuWerden, das Johann II. von Aragonien (gest. 1479) darstellt. Dieszei gt den König in einem geschlossenen langen weiten Untergewandev °n reichgemustertem Goldbrokat mit langen enganschliessenden Ermeln,Un d einem rotlien Uebergewande mit langen und sehr weiten Ermeln,das v om unterhalb inmitten geschlitzt, sonst aber gleichfalls geschlossen* st > am unteren Saum mit Hermelin verbrämt, die Ermel damit durchausgefüttert. Darüber ein breiter Schulterkragen vollständig von Hermelin;
Handschuhe von violettem Stoff. Um den Hals, tief herabhängend,e ' ne breite Ordenskette; das Scepter von beträchtlichei Länge; die Krone
Steinen reich besetzt. — Diesem Bilde zwar ziemlich nahe, dochhinsichtlich des Ornats mehrentheils davon verschieden, steht ein Gemälder * ll(; dem Bildniss Ferdinands des Katholischen. Auf diesem erscheintder jugendliche Herrscher in goldbrokatnem Ueberkleide, das zur rechten(und zur linken) von der Hüfte abwärts offen und hier mit Hermelin