Buch 
3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
Entstehung
Seite
373
JPEG-Download
 

A. Tracht. Spanien . Bewaffnung (1300—1500).

373

allmälig nicht minder in den bürgerlichen Kriegen des vierzehnten undünfzehnten Jahrhunderts. Ihr Reichthum und ihre kriegerische Macht,schon frühzeitig möglichst sicher begründet, wuchsen inzwischen der-gestalt, dass sich ihnen gegenüber selbst die Könige abhängig fühlten.m dem wenigstens nach einer Seite hin überhoben zu sein, benutzteerdinand der Katholische den Tod Alfonso’s de Cardenas", des Gross-^cisters von St. Jago di Compostella , um 1499, diesen Orden mit derrone zu vereinen, was dann Karl V. gleichfalls mit dem Orden vonCalatrava that.

So lange diese Orden in Kraft bestanden, machten sie den eigent-Cnen Kern des Heeres aus. Vermochte doch allein der Orden von• Jago nicht weniger als tausend wohlgerüstetc Ritter nebst derenauss erst beträchtlichen Gefolgschaften aufzustellen. Eine weitere Ergän-ZUn & des Heers geschah dann theils durch noch fernere, doch minder^'chtige Ordensverbände, 1 theils durch die sonstige Ritterschaft. Da-nken bildeten sich alsbald auch städtische Waflenverbrüderungen aus,e zwar zunächst nur in ihrem Interesse, jedoch späterhin auch zuweilenZu Gunsten ihrer Könige, in deren Heeren mitfochten. Eine der frühsten^ !) d züglet folgcreichsten Verbindungen eben dieser letzteren Art warle »Santa Hermandad“ oder „heilige Brüderschaft“. Um 1260 vonj en Städten Aragoniens begründet, alsbald durch die Städte Cata-ni ens verstärkt, verfolgte sie ursprünglich den Zweck durch Auf-ün g einer bewaffneten Macht und eigener Gerechtsame die Reisendenschützen und die Verbrecher zur Strafe zu ziehen, erhob sich aberWeiterem Verlauf zu einer äusserst thatkräftigen Schutz wehr gegen die^ergriffe des Adels, und wurde als solche dann namentlich für Ferdi-den Katholischen ein Mittel jenen zu demüthigen, indem er ihnt e ^ Sei ? Gerich ‘ unterwarf. — Das Heerwesen im Allgemeinen gestal-e S * C ^ Ge ^ r 'ff en g anz ähnlich wie in den anderen Ländern; so auchg 6 ^ arn ' t verbundene Ausrüstungsart seiner Einzelbestände (vgl. S. 183;ord '— Mit zu den inländischen Waaren, deren Ausfuhr auf Ver-

Sta 1 " 11 *^ ^' erd ' na nd , s verboten ward, zählten, nächst Gold und Silber inn gen, gemünzt oder zu Geräth verarbeitet, auch Waffenstücke und

erd egeschirr.

1 Zu diesen zählten unter anderem, zumeist als spätere Stiftungen, der OrdenJ "^oatesa“, um ' 3 " und der Ordin „d. labend«“ oder von ^ bd»p.',T 330 gegründet; der „von der Taube“ (1390), der „von der Lilie jl412),’’äe la squftma“ (141H) und schliesslich der Damenorden „von der Axt , letz-^ zur Erinnerung an die Verteidigung von Tortosa gegen dm Mauren, dar die Frauen an Stelle ihrer getödteten Männer traten.