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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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380 !■ Das Kostüm vom Beginn des 14 . bis zum Beginn des 16 . Jalirh.

eine Art von kurzem tunikaähnlicliem Leibchen, ebenfalls mit nur kurzenErmeln, das fast ohne Ausnahme ziemlich hoch geschnürt oder gegürtetwird; um den Hals ein farbiges Tuch, die Kopfbedeckung in Gestalt einernach vorn hoch aufgesteiften Kappe, an den Füssen einfache Halb- oderBindeschuh. Ausserdem, nächst Buntheit der Stoffe, ein möglichst aus-gedehnter glänzender metallischer Schmuck, als zahlreiche Hals- undBrustketten mit mancherlei kleinen klingenden Behängen, Schnüre vonfarbigen Glasperlen, Spangenwerk, Ringe u. dergl., und Stickereien vonFlitterwerk. Auch bedienen sich jüngere Weiber als eines besonderenfestlichen Schmuckes ganz nach orientalischer Weise einer Art vonDiadem. —

Die höheren, begüterten Stände indessen — einen Mittelstandim engeren Sinne gab es nicht — scheinen nicht lange nach dem Beginneder mongolischen Oberherrschaft ihre bis dahin vorwiegend von denByzantinern entlehnte Bekleidung mit der der Sieger theils vermischt,theils gänzlich vertauscht zu haben. Darüber allerdings, wie eine solcheWandlung etwa vor sich gegangen und bis zu welchem Zeitpunkt sie zuvölligerem Abschluss gelangte, fehlt es sowohl an zuverlässigen bildlichen

Fig. 164.

als schrifdichen Zeugnissen. Dennoch lässt sich aus einzelnen Bezugwie namentlich auch aus dem durch jene Herrschaft so schnell her eig ^führten Verfalle einheimischer Gewerbstliätigkeit mindestens mit a