458 !• Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrh.
Jahrhunderts derartige Geschirre, die später danach sogenannten „faycnces“ain Vortrefflichsten fertigte. Sie kamen, vermöge des dazu verwendetenhöchst feinen Gemisches, dem chinesischen Porzellan am nächsten, dasman eben erst um diese Zeit, um 1474, und zwar zuvörderst in Venedig 'durch den dortigen Gesandten am persischen Hofe, Joseph Barbari,näher kennen lernte. Vermuthlich in Folge der Kenntnis von künstlichbehandelten maurischen Töpferwaaren, welche auf der spanischen Insel Maj orca von vorzüglichster Güte beschafft wurden, hatte man sichhauptsächlich in Oberitalien schon seit länger bemüht auch dies Ge-werbe zugleich künstlerisch zu verwerthen. Jene Erfindung kam demzu Gute. Und gelang es nunmehr dem Bildhauer Luca della Bobbia(1400—1480) in Florenz ein Verfahren zu erfinden, Arbeiten aus g e "brannter Erde farbig zu bemalen und im Feuer vollständig zu verglasen-Sofort richtete er dafür eine eigene Werkstätte ein, wobei cs vorerst aller-dings sein Hauptziel war, Ziergegenstände für bauliche Zwecke, a ^ äKacheln, Fliessen, Gesimse u. dergl. zu fertigen. Doch blieb man keines-wegs dabei stehen, sondern ging auch zur Verfertigung von derartigenGeschirren über, worin sich dann, evie zugleich auch in jenen ander-weitigen Arbeiten, Gubbio von Pesaro (um 1480) ganz besonderen Ruhmerwarb. Von solcher mehrseitigen Bethätigung, deren Erzeugnisse (» ,s„ Werke della Bobbia“ oder „Gubbio “) die Namen ihrer Erfinder fort-setzten, zweigte allmälig die Gefässbildnerei zu einem selbständigen Be-triebe ab, deren ausschliessliche Arbeiten man sodann, vermuthlich 1,1Bezug auf Majorka als dem Hauptausgangspunkt dafür, gemeinigliche 1„majolica“ und „ mezza majolica“ nannte. Die Bemalung, die manhierbei in Anwendung brachte, bewegte sich noch geraume Zeit hindurchin nur wenigen Farben, ohne Angabe von Schatten und Halbtönen. U' eFiguren umzog man mit Blau oder Schwarz, die Fleisclitheile beliessman farblos (Weiss ) und den Gewändern gab man im Ganzen einen nurleichten farbigen Anstrich. Eine kunstvollere Durchbildung, erfuhr dieseArt der Malerei, wie die Majolica überhaupt, erst seit dem Anfang dessechszehnten Jahrhunderts, wo sich darin, vorzugsweise während derersten Hälfte, bedeutende Künstler hervorthaten. Einer der frühestenunter ihnen, der schon um 1498 Ausgezeichnetes leistete, war Gcorgi°Andreoli (gest. 1552).
Hinsichtlich der Teppichwirkerei bewahrten die flandrischenWeberwerkstätten ihren wohlbegründetcn Ruhm. Abgesehen von denFortschritten, welche sie im Allgemeinen machten, bildeten sie währenddieses Zeitraums vor allem die „hochschäftigc Wirkerei mit senkrechterKette“, die sogenannte ,, hautelisse“ zu ungemeiner Vollendung aus; kaumminder ihre schon seither vielberühmten Brokatgewebe und Goldstickereienin Sammet und Seide. Im Uebrigen aber, was denn diesen Betrieb