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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
Als Mohammed II. (1451—1480) mit der Eroberung von ^°^ entinopel (um 1453) die Zerstörung des griechischen Reichs vollendete,die Osmanen ihre eigentlich volksthümliche Durchbildung im We» e ® ^seit lange beschlossen. Bei der Schnelligkeit, mit welcher sie siihrer Wiedervereinigung unter Osman I. (1288—1326) über die ^^ ereDdes seldschuckischen Reichs erhoben, von Bithynien aus die wes ^Völker überflutheten und zum grossen Theil unterwürfen, war ihne n ^ erdie volle Gelegenheit geboten, sich auch deren Kultur anzueign en - ^ungeachtet schon Murad I. Gazhi (1360—1389) fast ganz Griec *en^ jbeherrschte, ja seit 1361 den Sitz nach Adrianopel verlegte,
(1389—1402) Constantinopel zum Tribut verpflichtete, Murad ‘gelber»bis 1451) seine Siege bis in Ungarn verfolgte , Muhammed 1 ■ . enunmehr von Constantinopel aus, Venedig und Genua hart ^
und das Land bis gegen Krain und Steiermark verheerend { j e f
und endlich Soliman II. (1519—1566) die Grenzen des Reichs ' ^in Ungarn hinein ausdehnte und behauptete, verharrten sie, une „ ^jebetfür jeden etwa tieferen Einfluss von dieser Seite, in altherkoinWeise. Es waren eben Söhne des Ostens. Und wenn schon 3 g rllD dan sich nur wenig geneigt, von ihrer Landesart zu lassen, ^ s inauch kaum befähigt zumal die tiefere, geistige Gesittung des ^ es ^sich aufzunehmen, widerstrebte Dem noch überdies ihre Glaube^ 3der Islam, die keine Abschwankung selbst nur in Aeusserlich' «jjstattet, als auch das durch ihre beständigen Siege geschärfte j^, d»kriegerischer Ueberlegenheit; und gerade dieses noch um s ° j^ns'
sich viele der unterjochten Völker zu ihrem Glauben und ih ren ^ j 0 cbformen bekannten. Gleich Orltan, der Nachfolger Osmans !■; 0 Jiespätestens Murad I. Gazhi begann von den unterthänigen LKinder als Tribut einzufordern, sie im Islam zu erziehen, unSöhnen eine eigene Heeresabtheilung von Fusstruppen, dieJan^ 3 ^(„Jenethschjeri: neue Krieger“) zu errichten. — Indessen wie ^die Osmanen von Westen her beeinflussen Hessen , hatten sie undfrühzeitig an den begabteren Völkern ihres Landes, den ArPersern, herangebildet. 1 Während der Regierungen Solimaii 8bis 1410), Musa’s (bis 1413) und Mohammed’s I. (bis 1421) 0 pdsie schliesslich in Vollbesitz der Herrschaft über ganz Klein ^ ^seit den Kämpfen Selim’s II. (1512—1519) geboten sie ostwärts
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1 Vergl. meine n Kostümkunde u Geschichte der Tracht un j, e r;“ ^vom 4. bis zum 14. Jahrhundert. Stuttgart 1864. S. 201: „Di 6S. 208 ff.; S. 217.