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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.

sie auch erst von da an sicherer urtheilen lässt, dürfte nicht zu bezweij^sein, dass auch sie sich aus einer Vermischung und allmähgen ^Schmelzung ihrer ursprünglich eigenen (wohl mehr tatarischen) ^ esmit arabisch-persischen Formen zu festerem Bestände herausbildetc. .scheiden freilich lässt sich da nicht. Indessen spricht doch ausser Jallgemeineren Verhältnis noch insbesondere dafür sowohl ihre fastgängige Uebereinstimmung mit der alten arabisch-persischen Tracht,solche verhältnismässig sehr frühe Darstellungen veranschaulichen,auch dass sie, eben wie die letztere, ihre so einmal gewonnene(vorzüglich beim Volk im engeren Sinne) mit nur geringen Wandy er -im Einzelnen, bis auf die Gegenwart bewahrte. Die gesetzlichenOrdnungen, denen sie zeitweise schon früh, zumeist jedoch ers ^ er _jüngeren Verlauf, unter Soliman II. und den nächsten Nachfolgern, ^worfen ward, betrafen hauptsächlich die Ausstattung, bei weitem

den Schnitt, wesentlich auch nur die Kopfbedeckung zu näherer

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nung von Kang und Würde, von Stand, Volkstümlichkeit una & ^ tef3Unter den dazu verwendeten vielfachen Stoffen spielen seitdie verschiedenartigsten Gewebe von Seide (Taffet, Atlas, Brokat),Wolle (Tuch), Baumwolle, Linnen (Battist, Musselin) und, vorzügl* c ^Mohammed II., Pelzwerk eine Hauptrolle; nächstdem mancherle 1von buntfarbigem Leder (Saffian) u. dgl. m. Hinsichtlich der Färhielt man im Allgemeinen an den Farben fest, welche der ProP 1 ^sich erwählt hatte. Es waren dies, neben einer nur gelegentliche 11 ^mischung von Both, ausschliesslich Weiss , Schwarz und ^ rUD sC boDSchwarz indessen sagte den Osmanen nicht zu. Sie nahmen davonsehr früh, seit Orkan, völlig Abstand, und selbst die Sultane s ^es fortan für sich und ihre Beamten aus. Murad I. und Muhan^ a j.kleideten sich fast immer gänzlich in Weiss . Und so auch bn ^unterscheidendes Merkmal der Truppen und als Abzeichen von B aI, °Würde vor allem Weiss und Grün, je nachdem mehr oder nundurch Goldstickerei u. s. w. ausgestattet, dauernd in Geltung. Von

ties etc

dOhssou. Tablau general de lEmpire othoman, divisd en deux P gjg/if'1787. 2 Bde. Fol. (Allgemeine Schilderung des ottomanischen Reichs. 0 0 tbO"von Beck. Leipzig 17881793). F. A. Olivier. Voyage dans 1E ;man, lEgypte et la Perse (17931798) Paris 1800. J. v. ® a . m ^29 Hr-türkische Staatskleider-Ordnung im Jahre 1829 (in Hormayrs Archiv ^ de 9F. DuprA Voyage a Athene et k Constantinople, ou oollection de°p ar ; g l8®®'vues et des costumes grecs et ottomans , peint dapres nature en 1819; ^ je 1®

Recueil des differentes costumes des principaux officiers et m8 8 1S p ar ja (oh 00porte, et des peuples sujets de lempire othoman etc. 96 planches. ^ J.)'

Jahr). Aloph. Galdrie royale de costumes etc. de lEmpir othoman. Fa ^ S J°'ean rindesi. Ellicei attica. Mub6g des anciens costumes taros demop e. 21 feuilles. Constantin, 1856 (kenne ich nur dem Titel nach)'