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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
sie auch erst von da an sicherer urtheilen lässt, dürfte nicht zu bezweij^‘sein, dass auch sie sich aus einer Vermischung und allmähgen ^Schmelzung ihrer ursprünglich eigenen (wohl mehr tatarischen) ^ esmit arabisch-persischen Formen zu festerem Bestände herausbildetc. .scheiden freilich lässt sich da nicht. Indessen spricht doch ausser Jallgemeineren Verhältnis noch insbesondere dafür sowohl ihre fastgängige Uebereinstimmung mit der alten arabisch-persischen Tracht,solche verhältnismässig sehr frühe Darstellungen veranschaulichen,auch dass sie, eben wie die letztere, ihre so einmal gewonnene(vorzüglich beim Volk im engeren Sinne) mit nur geringen Wandy er -im Einzelnen, bis auf die Gegenwart bewahrte. — Die gesetzlichenOrdnungen, denen sie zeitweise schon früh, zumeist jedoch ers ^ er _jüngeren Verlauf, unter Soliman II. und den nächsten Nachfolgern, ^worfen ward, betrafen hauptsächlich die Ausstattung, bei weitem
den Schnitt, wesentlich auch nur die Kopfbedeckung zu näherer
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nung von Kang und Würde, von Stand, Volkstümlichkeit una & ^ tef3Unter den dazu verwendeten vielfachen Stoffen spielen seitdie verschiedenartigsten Gewebe von Seide (Taffet, Atlas, Brokat),Wolle (Tuch), Baumwolle, Linnen (Battist, Musselin) und, vorzügl* c ^Mohammed II., Pelzwerk eine Hauptrolle; nächstdem mancherle 1von buntfarbigem Leder (Saffian) u. dgl. m. Hinsichtlich der Färhielt man im Allgemeinen an den Farben fest, welche der ProP 1 ^sich erwählt hatte. Es waren dies, neben einer nur gelegentliche 11 ^mischung von Both, ausschliesslich Weiss , Schwarz und ^ rUD ‘ sC boDSchwarz indessen sagte den Osmanen nicht zu. Sie nahmen davonsehr früh, seit Orkan, völlig Abstand, und selbst die Sultane s ^es fortan für sich und ihre Beamten aus. Murad I. und Muhan^ a j.kleideten sich fast immer gänzlich in Weiss . Und so auch bn ^unterscheidendes Merkmal der Truppen und als Abzeichen von B aI, °Würde vor allem Weiss und Grün, je nachdem mehr oder nundurch Goldstickerei u. s. w. ausgestattet, dauernd in Geltung. Von
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d’Ohssou. Tablau general de l’Empire othoman, divisd en deux P gjg/if'1787. 2 Bde. Fol. (Allgemeine Schilderung des ottomanischen Reichs. ■ 0 0 tbO"von Beck. Leipzig 1788—1793). F. A. Olivier. Voyage dans 1E ;man, l’Egypte et la Perse (1793—1798) Paris 1800. J. v. ® a . m ^29 Hr-türkische Staatskleider-Ordnung im Jahre 1829 (in Hormayr’s Archiv ^ de 9F. DuprA Voyage a Athene et k Constantinople, ou oollection de ”°p ar ; g l8®®'vues et des costumes grecs et ottomans , peint d’apres nature en 1819; ^ je 1®
Recueil des differentes costumes des principaux officiers et m8 8 1S p ar ja (oh 00porte, et des peuples sujets de l’empire othoman etc. 96 planches. ^ J.)'
Jahr). Aloph. Galdrie royale de costumes etc. de l’Empir othoman. Fa ^ S J°'ean rindesi. Ellicei attica. Mub6g des anciens costumes taros demop e. 21 feuilles. Constantin, 1856 (kenne ich nur dem Titel nach)'