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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
derer Förderung reichbegabter Künstler, 1 den höchsten Grad ^ cr ^.J enkommenheit lind wahrhaft künstlerischer Vollendung, also dass manZeitraum gerade in Rücksicht der Bewaffnung wohl mit Recht alsdes eigentlichen Prunkes und Glanzes bezeichnen kann. j ä
Die hauptsächlichsten Wandlungen, welche zunächst die Folsolche bis gegen die Mitte des Jahrhunderts im Ganzen und B indurchmachte, waren etwa folgende: flI1
Als Kopfschutz wurde gleich während der ersten zehn *' a
Stelle der sonst durchweg üblichen zweitheiligen „salade “ oder „
(S. 171; Fig. 92 a. b), der erst jüngst von den Burgundern erftm ^demnach sogenannte „bourgignon, boUrginot“ oder „bourginet > jmentlich in Frankreich , England und Deutschland , ganz allg e ® cindauernd gebräuchlich. Vorerst noch in seiner einfachen Gestaltung^ ^weder mit nur einem aus dem Ganzen geschmiedeten oder doch n 1 ^einem zweigliedrigen (aus „ Stimstulp“ und „Kinnreff“ beste ^ ^
charnierbeweglichen Gesichtsschutz oder „Visier“ belassen {Fig-schritt man alsbald dazu, den die Augen bedeckenden Theil zu ^selbständigen Stück, dem eigentlichen Visier, durchzubilden, c ^^/-dass dann ein solcher Helm aus vier Theilen (dem Hirn- und
Fig. 287.
Schalle 1 ’*'
stiiek, Stimstulp, Visier und Kinnreff“) bestand, welche «)•
um ein knopfförmiges Charnier, die „Helmrose“, bewegten inniück\V ohl ziemlich gleichzeitig begann man daneben auch das Km ^ cifl
inmitten, zu zwei gleichen „Backeriklappcn“ zu trennen, sie J e ^
eigenes Langcharnier mit dem Hinterhauptstück zu verbinden, jjesf 1durch Haken oder Stifte zum Verschliessen einzurichten.
i Vergl. bes. J. H. von Ilefner-Alteneck. Original-Entwürf^^jidg®Meister für Prachtrüstungen französischer Könige. Mit photograp • j c )f. v .München (o. J.) Friedrich Bruckmanns Verlag; und S. ® u8 *’i, e {|i lscription on a German suit of armour, made for king Henry VI ' n ^ 0 othe Tower of London. (From the Archaeologia, Yol. XXII.).mit viel. Abbildgn.